Sie wiegt zwei Gramm und ist so groß wie ein Daumennagel: In einem Zoo in Münster ist eine vom Aussterben bedrohte Schildkröte geschlüpft.

Spannung, Spiel und Schokolade verbirgt sich normalerweise bestenfalls in und um ein Ei herum, das Kinder und verspielte Erwachsene in Deutschland bewegt. In Münster gibt es allerdings ein besonderes Weihnachtsgeschenk aus dem Ei: eine seltene Schildkröte.

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Ausgewachsene Scharnierschildkröten sind etwa so groß wie ein Daumen. Das neu geschlüpfte Exemplar aus Münster ist so groß wie ein Daumennagel. (© Foto: APD)

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Ohne Brutkasten und fremde Hilfe ist am Heiligen Abend im Zoo Münster eine Scharnierschildkröte geschlüpft. Die kleine Kämpfernatur sei damit die erste der vom Aussterben bedrohten Art, die ohne künstliche Hilfe das Licht der Welt erblickte, sagte Elmar Meier vom Münsteraner Zentrum für Schildkrötenschutz. "Die McCords-Scharnierschildkröten gibt es in freier Wildbahn gar nicht mehr."

Bisher waren die Tiere in Münster nur in der Wärme eines Brutkastens geschlüpft. Mit derzeit insgesamt 46 Tieren sei der Allwetterzoo bundesweit der einzige Tierpark mit der seltenen Art, deren Vertreter bis zu einhundert Jahre alt werden können.

Vier Monate lang sei das Ei mit dem besonderen Nachwuchs unentdeckt geblieben, sagte Meier. "Riesig gefreut" hätten sich die Mitarbeiter, als der kleine Panzerträger plötzlich aus dem feuchten Laub des Terrariums gekrochen sei. "Ihr Panzer ist so groß wie ein Daumennagel."

Das Schildkrötchen wiege nur etwa zwei Gramm. Einen Namen haben die Tierfreunde dem seltenen Winzling noch nicht gegeben: "Eigentlich bekommen die bei uns nur Nummern", sagte Meier, "aber für eine Christkind-Schildkröte machen wir vielleicht eine Ausnahme."

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(sueddeutsche.de/dpa/abis/kat)