Schweden Arzt hält Frau in selbstgebautem Bunker gefangen

  • Ein schwedischer Arzt hat eine 30 Jahre alte Frau bei einem Date betäubt, vergewaltigt und eine Woche als Geisel in einem unterirdischen Bunker gefangen gehalten.
  • Schwedische Medien ziehen bereits Parallelen zum Fall Fritzl in Österreich.

Arzt verabreichte seinem Opfer Rohypnol

Der Fall erinnert an den von Josef Fritzl, der in Österreich in einem extra dafür errichteten Bunker seine Tochter 24 Jahre lang einsperrte, vergewaltigte und sieben Kinder mit ihr zeugte: Im September 2015 wurde in Schweden ein Arzt festgenommen, der eine Frau verschleppt und in einem unterirdischen Bunker gefangen gehalten hatte. Nun hat die Polizei weitere Details zu der Tat veröffentlicht.

Der 38 Jahre alte Arzt soll seinem 30-jährigen Opfer während eines Dates in deren Wohnung in Stockholm das starke Beruhigungsmittel Rohypnol gegeben haben - indem er Schoko-Erdbeeren damit tränkte. Um nicht versehentlich selbst eine der präparierten Erdbeeren zu essen, markierte er die Blätter mit Filzstift.

Anschließend fuhr er mit der bewusstlosen Frau zu seinem Anwesen etwa 500 Kilometer südlich von Stockholm, wo er sie sechs Tage lang gefangen hielt. Dort hatte er, wie die britische Daily Mail und die schwedische Zeitung Aftonbladet berichten, offenbar jahrelang an einem unterirdischen Bunker gebaut, in den er sein Opfer einsperrte. Die Ermittler gehen davon aus, dass es der Plan des Arztes war, sein Opfer mehrere Jahre lang festzuhalten - und womöglich noch weitere Frauen zu entführen.

Tarnung mit Masken

Um auf der stundenlangen Fahrt in das Anwesen nicht aufzufallen, verwendete er den Medien zufolge täuschend echt aussehende Plastikmasken. Der Frau verabreichte er während der Fahrt immer wieder Drogen, um sie zu betäuben.

Das Verbrechen war offenbar detailliert geplant. Fotos zeigen einen mit Dusche, Toilette und Küche ausgebauten Bunker. Die Wände sollen mit Beton verstärkt worden sein. Dort sperrte er die Frau tagelang ein und vergewaltigte sie mehrmals. Den Berichten zufolge soll er seiner Gefangenen außerdem die Anti-Baby-Pille verabreicht und ihr Blut auf Krankheiten untersucht haben.

Wie das Opfer entkam

Nach einigen Tagen wurde der Mann offenbar nervös. Er fuhr nach Stockholm, um persönliche Gegenstände aus der Wohnung seiner Geisel zu holen. Dort stellte er aber fest, dass die schwedische Polizei die Schlösser bereits ausgetauscht hatte und nach der vermissten Frau suchte. Um die Ermittlungen zu stoppen, zwang er sein Opfer, mit ihm auf die Polizeiwache zu kommen. Dort sollte die Frau den Beamten bestätigen, dass alles mit ihr in Ordnung sei. Dabei bedrohte er sie mit einer Schusswaffe.

Bei dem Besuch auf der Wache wurden die Polizisten allerdings misstrauisch und nahmen die Frau beiseite. So kam das Martyrium des Opfers ans Licht. Der Arzt wurde noch im Polizeipräsidium festgenommen.