Russland Weiterer Sprengsatz in Sankt Petersburger Metro gefunden

  • Bei einer Explosion in der U-Bahn der russischen Stadt Sankt Petersburg sind mindestens elf Menschen getötet worden.
  • Weitere 45 Verletzte werden dem russschen Anti-Terror-Komitee zufolge noch in Krankenhäusern behandelt.
  • Der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge soll die Explosion von einem Selbstmordattentäter ausgelöst worden sein.

In der U-Bahn im Zentrum von Sankt Petersburg ist es zu einer Explosion gekommen. Mindestens elf Menschen wurden dabei getötet, teilte die russische Gesundheitsministerin Veronika Skworzowa mit. Eine weitere Bombe konnte rechtzeitig entschärft werden.

45 Verletzte werden dem russschen Anti-Terror-Komitee zufolge noch immer in Krankenhäusern behandelt. Russische Staatsmedien hatten anfangs unter Berufung auf die Behörden von 30 Verletzten gesprochen, andere Quellen sogar von 50 Verletzten.

Die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtet, dass die Explosion von einem Selbstmordattentäter ausgelöst wurde. Die verdächtige Person ist demzufolge 23 Jahre alt und kommt aus Zentralasien. Auch die Nachrichtenagentur Tass zitiert eine Quelle, der zufolge ein Mann und eine Frau aus Zentralasien in die Tat involviert sein sollen.

Den Ermittlern des Anti-Terror-Komitees zufolge explodierte gegen 14.20 Uhr (Ortszeit) ein Sprengsatz in einem Zug zwischen der Haltestelle Sennaja Ploschtschad (Heuplatz) und der Station Technologie-Institut. Der Fahrer der U-Bahn fuhr nach der Explosion noch bis zur Haltestelle Technologie-Institut weiter, was die Bergungs- und Rettungsarbeiten erleichterte. Die Stationen liegen im Zentrum von Sankt Petersburg und gehören zu den belebtesten U-Bahn-Stationen der Stadt.

Der weitere, nicht explodierte Sprengsatz wurde den Behörden zufolge in der Metrostation Ploschtschad Wosstanija (Platz des Aufstands) entdeckt. Die Station liegt direkt unter dem größten Bahnhof der Stadt.

Alle U-Bahn-Stationen in Sankt Petersburg wurden geräumt

Russischen Medienberichten zufolge suchen die Behörden nach zwei Verdächtigen, die auf Bildern von Überwachsungskameras zu sehen sind. Einer von ihnen soll die Bombe in einer Aktentasche unter einem Sitz in der U-Bahn platziert haben. Der andere Verdächtige soll die später entdeckte und entschärfte Bombe an der Metro-Station Ploschtschad Wosstanija (Platz des Aufstands) deponiert haben.

Im Internet machten Fotos eines zerstörten U-Bahn-Waggons mit demolierten Türen die Runde. Bilder des TV-Senders Life News und in sozialen Netzwerken zeigen Verletzte auf dem Bahnsteig und Pendler, die versuchen Fenster und Türen zu öffnen, um zu sehen, ob noch Leute im Zug sitzen.

Alle U-Bahn-Stationen in der Fünf-Millionen-Stadt wurden geräumt. Moskaus Vizebürgermeister Maxim Lixutow sagte Interfax, die Sicherheitsvorkehrungen in der Metro der russischen Hauptstadt würden verschärft. Das Nationale Anti-Terror-Komitee kündigte ähnliche Maßnahmen für das gesamte Land an.

Ausnahmezustand an Sankt Petersburgs Heuplatz

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Die Behörden leiteten offiziell ein Verfahren wegen eines terroristischen Anschlags ein. Die Ermittler gehen aber auch Spuren in anderen Richtungen nach. "Wir ziehen alle Möglichkeiten in Betracht - ob es eine kriminelle Tat war oder sie einen terroristischen Charakter hat", sagte Präsident Wladimir Putin. Er war am Montag in Sankt Petersburg, um dort den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko zu treffen. Putin hielt sich nach Angaben seines Sprechers aber im Vorort Strelna auf.