Prozess nach Bluttat von Aurora Richter hält mutmaßlichen Schützen für prozesstauglich

Er stürmte ein vollbesetztes Kino, erschoss wahllos zwölf Menschen und verletzte Dutzende weitere teils schwer - nun soll dem Amokläufer von Aurora der Prozess gemacht werden. Vor Beginn der Gerichtsverhandlung hat die Verteidigung ihre Strategie verändert.

Der Mann, der im vergangenen Sommer während einer Kinovorstellung in Aurora im US-Bundesstaat Colorado zwölf Menschen tötete, muss sich vor Gericht verantworten. Richter William Sylvester befand nach einer mehrtägigen Anhörung, es gebe triftige Gründe zu glauben, dass der 25-jährige James Holmes die ihm zur Last gelegten Taten begangen habe. In seiner mehr als 60-seitigen Erklärung befand Sylvester den Beschuldigten für prozesstauglich.

Holmes soll in der Nacht zum 20. Juli 2012 in die Premiere des neuen Batman-Films im Kino von Aurora nahe Denver gestürmt sein und wahllos um sich gefeuert haben. Bei dem Amoklauf wurden zwölf Menschen getötet und Dutzende verletzt.

Die Verteidigung hatte zunächst angedeutet, den Prozess wegen einer psychischen Erkrankung des Schützen verhindern zu wollen. Bereits am Mittwoch sagte jedoch Anwalt Daniel King, die Verteidigung hätte ihre "Meinung geändert" und wolle ihre Argumente in einem Prozess darlegen. Holmes' Anwälte verzichteten auf die Anhörung eigener Zeugen.

Die Anklage hatte eine Reihe von Zeugen und Beweismaterial präsentiert. Unter anderem spielte sie die Notrufe aus der Tatnacht vor und ließ Polizisten die blutigen Szenen vom Tatort beschreiben. Ein Agent der US-Waffenkontrollbehörde ATF sagt zu dem Waffenarsenal aus, das sich Holmes für das Massaker zugelegt habe. Zudem zeigte die Staatsanwaltschaft Fotos, die Holmes vor dem Amoklauf mit seinem iPhone von sich aufgenommen hatte. Darauf posiert er mit einer Pistole in der Hand. Staatsanwältin Karen Pearson sagte, die Fotos seien Beweis dafür, dass Holmes die Bluttat geplant habe.

Bei der Präsentation der Ermittlungsdetails beschrieben die Spezialisten Holmes als kaltblütigen Waffennarren, der seine Tat über Monate geplant habe. Er soll etwa legal ein Waffenarsenal mit vier Schusswaffen, zwei Kanistern Tränengas und 6295 Schuss Munition gekauft haben. Seine Wohnung habe er vor der Tat mit Glyzerin und Napalm zu einer Sprengstofffalle präpariert.