Proteste nach Freispruch Bruce Springsteen singt für Trayvon Martin

Bruce Springsteen hat dem erschossenen Jugendlichen Trayvon Martin einen Song gewidmet. Mit der Geste bei einem Konzert solidarisiert sich der Rockstar mit den heftigen Protesten, die der Freispruch für den Schützen George Zimmerman ausgelöst hat. Springsteen ist nicht der einzige Musiker, der in dem Fall Position bezieht.

US-Rockstar Bruce Springsteen hat dem getöteten schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin einen Song gewidmet. Bei einem Konzert in Limerick in Irland sang er am Dienstag seinen Protestsong "American Skin (41 Shots)" für den 17-Jährigen, wie auf Videos im Internet zu sehen ist.

Nachdem er in der Menge ein Schild mit dem Namen des Songs gesehen hatte, rief Springsteen in die Menge: "Ich möchte das als Brief nach Hause schicken, für Gerechtigkeit für Trayvon Martin!" In einem Konzertbericht auf Springsteens offizieller Website ist vom emotionalsten Teil der Show die Rede. Zuschauer und Band hätten fast geweint.

Das Lied prangert das Vorgehen von vier weißen Polizisten an, die im Jahr 1999 den unbewaffneten schwarzen Einwanderer Amadou Diallo mit 41 Schüssen niedergestreckt hatten. Springsteen protestiert mit der Geste gegen den Freispruch des Todesschützen George Zimmerman.

Stevie Wonder will nicht mehr in Florida auftreten

Zimmerman hatte im Februar 2012 als Mitglied einer Bürgerwehr in Florida den unbewaffneten 17-Jährigen Martin erschossen. Eine Jury sprach Zimmerman in der Nacht zum Sonntag vom Vorwurf des Mordes und Totschlags frei. Das Urteil löste in den USA heftige Proteste aus.

Der Angeklagte hatte sich auf Notwehr berufen, die im US-Staat Florida juristisch besonders weit ausgelegt wird. Das dort geltende "Stand Your Ground"-Gesetz wurde im Jahr 2005 mit massiver Unterstützung der Waffenlobby NRA eingeführt. Rund die Hälfte der 50 Bundesstaaten haben Notwehrgesetze in verschiedenen Varianten.

Auch Stevie Wonder reagiert auf das umstrittene Urteil und will künftig Florida boykottieren. Er werde dort nicht mehr auftreten, solange das umstrittene Notwehrrecht nicht abgeschafft werde, sagte der Sänger nach Angaben des Hollywood Reporter. Wonder betonte auf der Bühne, dass er auch andere Staaten mit solchen Regelungen aus Protest boykottieren wollte. Der schwarze Sänger rief seine Fans dazu auf, sich für Gerechtigkeit in der Welt einzusetzen.