Niedersachsen Herumtorkelnde Heilpraktiker lösen Großeinsatz aus

Mehr als 150 Feuerwehrleute kamen den 29 Heilpraktikern und Homöopathen zu Hilfe: der Einsatzort in Handeloh bei Harburg in Niedersachsen.

(Foto: AP)
  • In einem Tagungszentrum im niedersächsischen Handeloh sind 29 Teilnehmer eines Heilpraktiker-Treffens mit einer Drogenvergiftung in Krankenhäuser gebracht worden.
  • Sie hatten offenbar mit einem verbotenen Halluzinogen experimentiert.
  • Die Polizei ermittelt unter anderem wegen der Verursachung eines Großrettungseinsatzes; mehr als 150 Feuerwehrleute waren ausgerückt.

Großeinsatz in Tagungshotel

29 Männer und Frauen, die "krampfend im Garten" liegen - dieses Bild bot sich mehr als 150 Einsatzkräften der Feuerwehr, die zu einem Tagungszentrum im niedersächsischen Handeloh anrückten. So etwas habe er noch nie erlebt, sagte Feuerwehrsprecher Matthias Köhlbrandt dem NDR.

Bei den Verletzten handelte es sich nach Angaben der Hotelbetreiberin um Heilpraktiker und Homöopathen, die sich regelmäßig in der Tagungsstätte treffen, berichtete der NDR weiter. Dieses Mal hatten sie offenbar mit der Einnahme des Halluzinogen "2C-E" experimentiert, wie die Polizei mitteilte. Es gebe keine Hinweise, dass die Betroffenen zur Einnahme gezwungen worden seien. Die in Szenekreisen als "Aquarust" bekannten Droge ist in Deutschland erst seit Dezember 2014 verboten.

Die Symptome

Die Seminarteilnehmer seien beim Eintreffen der Rettungskräfte kaum ansprechbar gewesen, sagte der Feuerwehrsprecher. Sie litten unter Wahnvorstellungen, Krämpfen, Schmerzen, Luftnot und Herzrasen und mussten in umliegende Krankenhäuser gebracht werden,

Nun hat die Polizei ein Strafverfahren gegen die Seminarteilnehmer eingeleitet. Sie werden beschuldigt, Halluzinogene eingenommen zu haben, sich selbst verletzt und somit einen Großrettungseinsatz verursacht zu haben.