'Ndrangheta Razzia gegen Mafia - mehr als 160 Festnahmen in Italien und Deutschland

Die festgenommenen Mitglieder der 'Ndrangheta sollen Firmen in Italien und Deutschland unterwandert haben. Einige Branchen sind besonders betroffen.

Bei einer Großrazzia in Italien und Deutschland ist der Polizei offenbar ein Schlag gegen die Mafia gelungen. Bei einer zwischen den Polizeibehörden abgestimmten Aktion wurden mehr als 160 Mitglieder der in der süditalienischen Region Kalabrien ansässigen 'Ndrangheta festgenommen. Das hat die italienische Polizei mitgeteilt. Dem Bundeskriminalamt zufolge wurden in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen insgesamt elf mutmaßliche Mitglieder im Alter zwischen 36 und 61 Jahren festgenommen.

Die Polizei wirft den festgenommenen Mitgliedern der Familien Farao und Marincola vor, mit ihren kriminellen Tätigkeiten Unternehmen sowohl in Italien als auch Deutschland unterwandert zu haben. Besonders betroffen seien Firmen aus der Wein- und Nahrungsmittelbranche, der Abfallentsorgung sowie Beerdigungsunternehmen. Die einzelnen Strafvorwürfe reichen von versuchtem Mord, Erpressung, Geldwäsche und Verstößen gegen das Waffengesetz über internationale Autoschiebung, illegalen Handel und illegale Verschiebung von Müll bis hin zu unlauterem Wettbewerb.

Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge hatten die Ermittlungen ergeben, dass die Gruppierung der Mafia sich wie eine kriminelle Holding organisiert, um Geschäfte in Millionenhöhe zu betreiben. Insgesamt wurden bei der Razzia Wertgegenstände im Wert von 50 Millionen Euro beschlagnahmt. Zudem würde eine Reihe von Beamten der Korruption verdächtigt, hieß es in einer Mitteilung der italienischen Carabinieri. Unklar blieb zunächst, ob dies nur für Italien oder auch für Deutschland gilt. Weitere Einzelheiten sollen im Laufe des Tages bekannt gegeben werden.

Die 'Ndrangheta gehört zu den größten Mafiaorganisationen Europas. Ihren Mittelpunkt hat sie in der süditalienischen Region Kalabrien, die auf dem Festland gegenüber der Insel Sizilien liegt. Allerdings erstreckt sich ihr Aktionsradius weit über Italien und Europa hinaus. Das Bundeskriminalamt hält sie für die derzeit relevanteste Mafia-Gruppe in Deutschland. Sie operiert vor allem im Rauschgiftgeschäft, ist aber auch etwa in Waffenhandel, Geldwäsche und Korruption aktiv. Experten schätzen, dass die 'Ndrangheta jährlich einen weltweiten Umsatz zwischen 50 und 100 Milliarden Euro macht. Nach Angaben des italienischen Forschungsinstituts Demoskopika gehören ihr 60 000 Mitglieder an.

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