Naturkatastrophe in den USA Tornado verwüstet Krankenhaus und Grundschule

"Apokalyptische Szenen": Mit Geschwindigkeiten von bis zu 320 Stundenkilometern ist ein Tornado über Moore, einen Vorort von Oklahoma City, hinweggefegt. Autos flogen durch die Luft, Häuser wurden zerstört, mindestens 24 Menschen starben. Selbst erfahrene Retter sind schockiert - und graben mit bloßen Händen nach Verschütteten.

Es ist der schwerste Tornado, der den US-Bundesstaat Oklahoma in den vergangenen Jahren heimgesucht hat: Ein verheerender Wirbelsturm hat in Oklahoma mindestens 24 Menschen in den Tod gerissen, heißt es von offizieller Seite. Zuvor war in US-Medien übereinstimmend von 91 Todesopfern die Rede gewesen.

Die Zahl der Verletzten war noch Stunden nach der Katastrophe völlig unklar. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 320 Kilometern in der Stunde fegte der Tornado am Montagnachmittag über Moore, einen Vorort von Oklahoma City, hinweg.

Zwei Kilometer breit war der Streifen, den der Tornado durch das dichtbesiedelte Gebiet vor den Toren von Oklahoma City zog. Fernsehbilder zeigten eine riesige schwarze Säule, die alles mitriss, was auf ihrem Weg lag. Der Sturm machte ganze Straßenzüge dem Erdboden gleich und schleuderte Autos wie Spielzeuge durch die Luft.

Eine Grundschule wurde von der Naturgewalt zerstört. Rettungskräfte suchten mit bloßen Händen nach Überlebenden. "Es ist schwer zu glauben, dass so etwas geschehen kann", sagte Mary Fallin, die Gouverneurin des Staates.

Die Zahl der Opfer könnte weiter steigen, da möglicherweise unter den Trümmern der Schule weitere Leichen eingeschlossen seien, berichtet der TV-Sender CNN. Unter den Toten seien mindestens sieben Kinder, die unter den Trümmer der Schule starben. Die Plaza Tower Elementary School in Moore sei völlig zerstört worden, berichteten US-Medien. Ersten Informationen zufolge konnten zahlreiche Kinder gerettet werden.

Unerträglicher Lärm

Auch ein Krankenhaus wurde schwer beschädigt. Fallin betonte, die abschließende Zahl der Opfer sei noch unklar. Die Rettungsmannschaften würden die ganze Nacht durcharbeiten. Sie versuchten, mit Spürhunden Überlebende ausfindig zu machen. Der Tornado hinterließ außerhalb von Oklahoma City eine mehr als drei Kilometer breite Schneise der Verwüstung. "Hunderte Häuser sind dem Boden gleichgemacht worden", berichtete ein CNN-Reporter vor Ort. Andere sprachen von "apokalyptischen Szenen."

Der örtliche Polizeichef Jerry Sillings rief die Einwohner auf, das Sturmgebiet zu verlassen. "Es gibt eine Menge Sicherheitsprobleme", warnte Sillings. So habe der Sturm Gas- und Stromleitungen zerstört.

US-Präsident Barack Obama versprach Unterstützung aus Washington. Die Bundesregierung werde alle nötige Hilfe leisten, sagte Obama Gouverneurin Fallin nach Angaben des Weißen Hauses in einem Telefongespräch zu. Die Katastrophenschutzbehörde Fema habe ein erstes Hilfsteam geschickt, um die Behörden in Oklahoma zu unterstützen. Zusätzliches Personal und Hilfsmittel stünden bereit, so wird die Nationalgarde die Rettungsteams vor Ort unterstützen.

Selbst erfahrene Retter äußerten sich schockiert über das Ausmaß der Zerstörung. "Es ist absolut furchtbar", meinte ein Rote-Kreuz-Helfer. Das Rote Kreuz richte unter anderem in Kirchen Notlager für Obdachlose ein. "Wir fühlten den Tornado kommen, da sind wir in den Keller gegangen", berichtet eine Überlebende CNN. "Viele Häuser waren danach einfachen verschwunden, Autos waren umgestürzt."

In Moore zeigten Live-Bilder der Fernsehstationen Menschen in der Trümmerlandschaft umherlaufen. Auch einige Pferde zogen durch die zerstörten Straßenzüge. Als der Tornado auf die Stadt traf, sei der Lärm "unerträglich" gewesen, sagte ein Arbeiter.

Nur 16 Minuten, um Schutz zu suchen

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Zwar hatten Meteorologen weitere Unwetter für den Montag vorausgesagt. Aber es habe lediglich eine extrem kurze Vorwarnzeit von 16 Minuten vor dem Durchzug des Tornados gegeben, hieß es. Daher hätten sich nicht alle Bewohner in Sicherheit bringen können. Bereits am Sonntag hatte eine ganze Serie von Tornados im Mittleren Westen und Süden der USA mindestens zwei Menschen in den Tod gerissen. Mehr als 20 Menschen wurden nach Medienberichten verletzt. Dabei waren Oklahoma und Kansas am stärksten betroffen.