Naturkatastrophe Erneutes Beben erschüttert Guatemala

In Guatemala kommt die Erde nicht zur Ruhe. Nach dem schweren Erdbeben vor einigen Tagen wurde der Westen des Landes am Sonntagnachmittag erneut von einem schweren Erdstoß erschüttert.

Präsident Otto Pérez Molina begutachtet die Hilfspakete für die Erdbebenopfer in Guatemala City.

(Foto: dpa)

In Guatemala hat die Erde wieder gebebt. Der Erdstoß, dessen Epizentrum sich vor der Pazifikküste des Departements Retalhuleu befand, hatte nach Angaben des guatemaltekischen seismologischen Dienstes (Insuvimeh) eine Stärke von 6,2. Berichte über Schäden oder eventuelle Opfer lagen zunächst nicht vor.

Mitte der vergangenen Woche hatte ein Beben der Stärke 7,2 an gleicher Stelle mehr als 2000 Häuser zerstört und nach neuesten offiziellen Angaben vom Wochenende 44 Menschen getötet. Zuvor hatten die Regierung und Rettungskräfte von 52 Toten gesprochen. Mehr als 18.000 Menschen in acht Departements wurden aus gefährdeten Wohnlagen in Sicherheit gebracht. Insgesamt sind rund 1,3 Millionen Menschen betroffen. Es war das stärkste Erdbeben seit 36 Jahren. 117 Nachbeben haben das Land seitdem erschüttert.

Während des neuerlichen Erdbebens musste, wie lokale Medien berichteten, Präsident Otto Pérez Molina eine Pressekonferenz unterbrechen, bei der er über die Hilfe für die Erdbebenopfer der vergangenen Woche berichtete.

Auch am Sonntag rannten die Menschen in der Stadt San Marcos, die in der vergangenen Woche am stärksten betroffen war, in Panik auf die Straßen, wie die Zeitung Prensa Libre berichtete. Das Beben war nach Medienberichten im ganzen Land zu spüren. Nach ersten Berichten kam es in den Bergen der Region zu Erdrutschen. Eddy Sánchez, der Chef des Insuvimeh, sagte im Radio, er erwarte, dass die seismische Aktivität noch wochenlang anhalten könne.