Nach dem Tod des Eisbären Damen-Trio mobbte Knut

Ohne Anzeichen einer Krankheit ist Eisbär Knut am Samstag ertrunken. Das Ergebnis der Obduktion liegt noch nicht vor, aber Tierschützer und Knut-Fans glauben, der Eisbär sei von seinen drei Gehege-Mitbewohnerinnen unter Stress gesetzt worden und letztlich daran gestorben.

Es stirbt ein Tier - und die Trauer ist groß. Hunderte Menschen versammelten sich am leeren Gehege des am Samstag plötzlich gestorbenen Zoo-Bären Knut in Berlin. Währenddessen begann in einem Institut der Freien Universität in Berlin-Düppel die Analyse des Kadavers. Konkrete Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Starb Eisbär Knut durch Stress, weil seine drei weiblichen Mitbewohnerinnen im Gehege ihn mobbten? Der Direktor des Berliner Zoos weist das zurück: "Vorher haben alle geweint, das Knut allein lebte."  Die Entscheidung, Knut mit drei Bärendamen zusammen unterzubringen, sei von einem fachkundigen Team getroffen worden.

(Foto: dapd)

Eisbär Knut war am Samstagnachmittag ohne vorherige Anzeichen einer Krankheit zusammengezuckt, ins Wasser gestürzt und dort offenbar ertrunken. Zu den zahlreichen Anfragen der Knut-Fans, was nun mit dem Körper geschehen solle, gab Zoodirektor Bernhard Blaszkiewitz bekannt, dass das Berliner Naturkundemuseum Interesse angemeldet habe. Der Präparator sei bei der Sektion dabei.

Nach dem Tod der Zoo-Attraktion, die zu Lebzeiten von gut elf Millionen Menschen besucht worden war, ging die Debatte um die künftige Haltung von Eisbären weiter. Zoodirektor Blaszkiewitz sagte, es sei völlig klar, dass Knut "nicht in einer Stresssituation gestorben ist". Die Gruppenhaltung mit drei Weibchen sei damit nicht in Verbindung zu bringen.

Der Tierschutzbeauftragte des Landes Berlin, Klaus Lüdcke, forderte hingegen einen Stopp der Eisbären-Haltung. Er schloss sich damit Forderungen des Deutschen Tierschutzbundes an. In elf deutschen Zoos werden aktuell noch Eisbären präsentiert. Blaszkiewitz verteidigte die bei Tierschutz-Organisationen und vielen Zoobesuchern umstrittene Maßnahme des Zoos, Knut mit drei Eisbärinnen zusammenzubringen. "Vorher haben alle geweint, dass Knut lange allein lebte", sagte Blaszkiewitz.

Der Direktor widersprach der von vielen Zoo-Besuchern wiederholt geäußerten Kritik, Knut sei von dem Damen-Trio ständig gemobbt und isoliert worden. "Nur anfangs, längst haben sie sich gegenseitig gejagt und auch miteinander gespielt, auch am Todestag."