Monster in Lagarfljót Isländische Kommission bestätigt Existenz von Ungeheuer

  • Island hat jetzt sein eigenes Loch Ness: Eine Wahrheitsfindungskommission hat die Existenz eines Seeungeheuers bestätigt.
  • Der Lindwurm "Lagarfljótsormur" existiert schon seit Jahrhunderten in Sagen.
  • Die lokale Tourismusbehörde freut sich über die Bestätigung und hofft auf viele Besucher.
Von Ingrid Fuchs

Kommission bestätigt Existenz von "Lagarfljótsormurinn"

Um Elfen vor dem sicheren Tod durch Bauarbeiten zu bewahren, werfen sich manche Isländer vor Bulldozer. Andere beharren umgekehrt darauf, schon einmal von einem Fabelwesen gerettet worden zu sein: Dass das Volk im hohen Norden an, nun ja, fragwürdige Erscheinungen glaubt, ist schon längst kein Geheimnis mehr. Mit welcher Ernsthaftigkeit es das tut, überrascht aber doch. Etwa wenn eine eigens eingerichtete 13-köpfige Wahrheitsfindungskommission nach mehr als zweijähriger Recherche bekannt gibt: Der "Lagarfljótsormurinn" existiert wirklich!

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Parallelen zum Monster von Loch Ness

Doch von vorne. Der "Lagarfljótsormurinn", wohnhaft im Lagarfljót-See und manchmal auch schlicht als Lindwurm bezeichnet - existiert offiziell schon seit dem Jahr 1345, allerdings nur in einer Sage. Ähnlich wie beim Monster von Loch Ness in Schottland meldeten sich in der Vergangenheit aber immer wieder Menschen, die den isländischen Lindwurm gesehen haben wollen, schwimmend und an Land. Laut einem Bericht des Internetportals Ancient Origins ist das Tier etwa 90 Meter lang und übersät mit Höckern und Beulen - also eigentlich gar nicht so leicht zu übersehen.

Inspiriert vom schottischen Tourismus-Boom rund um Nessie, setzten die Isländer im Jahr 1997 eine Belohnung für alle Bild- oder Filmaufnahmen aus, die vom eigenen Monster geliefert würden. Nach 15 Jahren, Anfang 2012, war es soweit, das isländische Fernsehen zeigte eine gut 30 Sekunden dauernde Videoaufnahme eines in der Nähe wohnenden Bauerns, Hjörtur Kjerúlf. Darauf zu sehen: ein schlangenartiges (aber bei weitem nicht 90 Meter langes) Wesen, das sich durch den Eismatsch des Lagarfljót schiebt. Für viele war das: der Beweis. Für einen skeptischen Wissenschaftler: ein gefrorenes Fischernetz in der Strömung.

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Belohnung für den Beobachter

Von da an war es Aufgabe der Wahrheitsfindungskommission, festzustellen, was es mit dem Monster auf sich hat. Im Gremium saßen ein Pastor, eine Biologin, eine Ethnologin, ein Parapsychologe und Politiker - die Interessen an wissenschaftlicher Aufklärung, Erhalt der Fabelwesen-Faszination und Unterstützung für den Tourismus wurden also alle irgendwie vertreten. Nun verkündete die Iceland Review Online dann das erstaunliche Ergebnis.

Für Hjörtur Kjerúlf, der das Video aufgenommen hat, bedeutete das eine Belohnung von etwa 3300 Euro plus einen saftigen Aufschlag von der lokalen Tourismusbehörde - und die Bestätigung, dass er den Lagarfljótsormur wirklich gesehen hat. Und dem Rest der Welt gibt das die Hoffnung, doch noch einem jahrhundertealte Fabelwesen zu begegnen. Nessie macht sich ja schon länger rar. Und Elfen gelten auch als ziemlich scheu.