Mecklenburg-Vorpommern Gericht in Schwerin verurteilt Tanzgruppen-Leiter wegen Missbrauchs

  • Wegen Kindesmissbrauchs ist ein 41-jähriger Jugendklub-Mitarbeiter in Schwerin zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden.
  • Der Mann hat sich nach Überzeugung des Gerichts bei Proben und Auftritten jahrelang an Jungen zwischen sieben und 13 Jahren vergangen.

Sechseinhalb Jahre Haft für Tanzgruppen-Leiter

Wegen des jahrelangen sexuellen Missbrauch von Kindern ist ein Tanzgruppen-Leiter vom Landgericht Schwerin zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Der Mann hat sich nach Überzeugung des Gerichts bei Proben und Auftritten an Jungen zwischen sieben und 13 Jahren vergangen. Er war wegen 62 Missbrauchsfällen angeklagt. Einen Siebenjährigen soll er zweimal vergewaltigt haben.

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter der von der Staatsanwaltschaft geforderten Gesamtstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten. Die Anwältin der als Nebenkläger auftretenden Eltern hatte sich der Forderung der Staatswaltschaft angeschlossen.

Der 41-jährige Angeklagte hatte den Großteil der Taten, die sich in den Jahren 2009 bis 2015 ereignet hatten, eingeräumt. Er gehörte in Schwerin zu den Gründern und führenden Persönlichkeiten des Jugendklubs, in dem die Tanzgruppen veranstaltet wurden. Mehrfach wurde die Arbeit des Mannes von Lokalpolitikern gelobt.

Angeklagtem steht möglicherweise neuer Prozess bevor

Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann in ihrem Plädoyer vor, seine Position im Verein systematisch missbraucht zu haben. Er habe unter den Kindern "willkürlich und wahllos" Opfer herausgezogen, um seine sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen.

Nach dem Urteil steht dem Mann nach Angaben einer Nebenklagevertreterin ein zweiter Prozess bevor. Einige Kinder hätten inzwischen neue schwere Vorwürfe gegen ihn bei der Polizei angezeigt.

Unterdessen untersucht ein Sonderausschuss des Schweriner Stadtparlaments das Verhalten des Jugendamtes in Zusammenhang mit dem Fall. Das Amt hatte bereits ein halbes Jahr vor der Verhaftung des Mannes Hinweise auf sexuelle Übergriffe erhalten. Dies blieb jedoch ohne Konsequenzen.