Kalifornien Unschuldig verurteilt - Amerikaner kommt nach 38 Jahren frei

38 Jahre unschuldig in Haft: Craig Richard Coley.

(Foto: AP)
  • Nachdem er 38 Jahren unschuldig Haft saß, ist ein Mann in den USA nun freigelassen worden.
  • DNA-Test ergaben, dass er den Doppelmord, der ihm vorgeworfen wurde, nicht begangen haben kann.

Die 24-jährige Frau und ihr vier Jahre alter Sohn wurden tot in ihrer Wohnung aufgefunden - erwürgt. Der heute 70 Jahre alte Craig Richard Coley war der Ex-Freund der getöteten Frau, weswegen er damals ins Blickfeld der Fahnder geriet und schließlich zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.

Nachdem er 38 Jahre lang im Gefängnis im US-Bundesstaat Kalifornien gesessen hatte, ist Coley nun freigelassen worden. Ein DNA-Test hatte ergeben, dass er den Doppelmord an seiner Ex-Freundin und ihrem Sohn im Jahr 1978 nicht verübt haben konnte.

Mehrere Versuche das Urteil anzufechten waren zuvor fehlgeschlagen, schließlich stellte Coley ein Gnadengesuch. Der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, schreibt in seinem Begnadigungsschreiben für Coley, er habe vor zwei Jahren angeordnet, in seinem Fall erneut zu ermitteln.

Zum Zeitpunkt des Doppelmordes waren DNA-Tests noch nicht im Einsatz. Doch inzwischen können Ermittler auf diese Technik zurückgreifen. Dabei kam heraus, dass sich auf einem zentralen Beweisstück keine DNA-Spuren Coleys befanden - allerdings die von anderen unbekannten Personen, die noch nicht identifiziert seien, berichtet der Fernsehsender NBC-News.

Der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, begnadigte Coley mit sofortiger Wirkung. Er verließ am Mittwoch das Gefängnis. "Die Würde, mit der Herr Coley seine lange und ungerechte Inhaftierung ertragen hat, ist außergewöhnlich", heißt es im Begnadigungsschreiben des Gouverneurs. Er hoffe, dass die wahren Täter gefasst werden.

Der Staatsanwalt Gregory Totten, der in der erneuten Ermittlung beteiligt war, sagte, er freue sich darauf Coley die Hand zu schütteln und sich für die Ungerechtigkeit zu entschuldigen, die er erleiden musste.

15 Millionen Dollar Schadenersatz für einen unschuldig Verurteilten

Fast zeitgleich macht ein weiterer Fall um einen unschuldig Verurteilten Schlagzeilen in den USA: Ein Mann, der 20 Jahren im Gefängnis saß, hat gegen die Polizei Baltimore geklagt und 15 Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen bekommen, wie die Zeitung Washington Post berichtet. Der 47-jährige Sabein Burgess wurde 1995 beschuldigt, seine damalige Freundin getötet zu haben. Das Mid-Atlantic Innocence Project, eine Gruppe von Anwälten, die sich für unschuldig Verurteilte einsetzt, ermittelte im Fall Burgess und erreichte seine Freilassung. Polizisten sollen damals Indizien gefälscht haben, um Burgess verhaften zu können.

Er ist mittlerweile seit zwei Jahren wieder frei. Der Washington Post sagt er, es sei ihm bei dem Prozess nie um das Geld gegangen, sondern darum, seinen Namen wieder reinzuwaschen. Er freue sich über das Urteil, aber er habe schwere Verluste erlitten durch seine Zeit im Gefängnis.

Unklar ist, ob Burgess die 15 Millionen Dollar wirklich bekommt. Laut der Zeitung Baltimore Sun will die Stadt Baltimore gegen das Urteil Berufung einlegen.

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