Jacinda Ardern Neuseelands Premierministerin bringt Tochter zur Welt

  • Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern hat am Donnerstag in Auckland ein Mädchen zur Welt gebracht.
  • Das gesunde Kind sei um 16.45 Uhr (Ortszeit) auf die Welt gekommen und wiege 3,31 Kilogramm, teilte die 37-Jährige auf Facebook mit.
  • Ardern ist die zweite Regierungschefin nach Benazir Bhutto in Pakistan, die im Amt ein Kind bekommt.

Sie war noch keine sieben Stunden Chefin der neuseeländischen Labour-Partei, als ihr die Frage das erste Mal gestellt wurde. "Planen Sie Kinder?", fragte der TV-Moderator. Jacinda Ardern reagierte souverän. Diese Frage dürfe Frauen am Arbeitsplatz gar nicht gestellt werden. "Das ist 2017 inakzeptabel." Zudem habe das nichts mit ihrer Eignung als Politikerin zu tun. Für Ardern ging es damals um einen wichtigen Job: In einem Monat sollten die Neuseeländer eine neue Regierung wählen.

Im Januar erklärte Ardern, inzwischen 37 und seit drei Monaten jüngste Premierministerin der Welt, dann via Twitter: "Unser Team wächst von zwei auf drei." Nun hat sie ihre Tochter zur Welt gebracht - mit kleiner Verspätung mehrere Tage nach dem für Sonntag angekündigten Geburtstermin. Vielen Medien rund um die Welt war das Baby am Morgen eine Eilmeldung wert. Die Politikerin selbst postete auf Facebook ein Foto von sich und dem Neugeborenen samt Vater Clarke Gayford. "Willkommen in unserem Dorf, Kleines", schrieb sie dazu. Das gesunde Mädchen sei um 16.45 Uhr (Ortszeit) auf die Welt gekommen und wiege 3,31 Kilogramm. Dank des "wunderbaren Teams" im Auckland City Hospital gehe es allen sehr gut.

Ardern ist die zweite Regierungschefin nach Benazir Bhutto in Pakistan, die im Amt ein Kind bekommt. Vorab hatte sie angekündigt, sechs Wochen Babypause machen zu wollen. Vertreten wird sie in dieser Zeit von ihrem Vize Winston Peters. Danach soll sich vor allem ihr Partner, der eine Angelsendung moderiert, um das Kind kümmern. Auf Twitter erklärte Ardern: "Ich werde Premierministerin UND Mama sein, während Clarke der First Man of Fishing und Stay-at-home-Dad sein wird." Und: "Ich werde nicht die erste Frau sein, die Multitasking machen muss."

Für ihre Schwangerschaft feierten die einen Ardern als Ikone der Frauenbewegung, andere fanden, dass sie andere Mütter mit der Ankündigung unter Druck setze, schnell wieder zu arbeiten. Dass das Private politisch ist, darüber macht sich auch Neuseelands Premierministerin, deren Themen Klimaschutz und Wohnungsbau sind, wenig Illusionen: "Ich weiß, dass viele Menschen sich nur an mich erinnern werden, weil ich eine Frau bin und ein Kind im Amt bekommen habe." Sie verstehe das. Sie wolle nur nicht, dass das die einzigen Dinge bleiben, für die man sie kenne.

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