Hinrichtung ausländischer Drogendealer Indonesien verschont Mary Jane Veloso

Demonstranten in Manila feiern die Aussetzung der Hinrichtung von Mary Jane Veloso.

(Foto: AP)

Indonesien stellt ausländische Drogenhändler vor ein Erschießungskommando, nur die Hinrichtung der Philippinerin Mary Jane Veloso wird in letzter Sekunde ausgesetzt. Weil sich eine andere Frau bei der Polizei meldet.

Ihr Sarg stand im Hochsicherheitsgefängnis auf der Insel Nusakambangan bereit, auch von ihren Söhnen, sechs und zwölf Jahre alt, hatte sich die Philippinerin Mary Jane Veloso verabschiedet. Doch dann wird die Vollstreckung des Todesurteils plötzlich in letzter Minute ausgesetzt. Als einzige von neun Gefangenen, die wegen Drogenhandels hingerichtet werden sollten, überlebt sie. Vorerst zumindest.

Die Hinrichtung von Mary Jane Veloso sei infolge einer Anfrage des philippinischen Präsidenten verschoben worden, erklärte Tony Spontana, der Sprecher der indonesischen Staatsanwaltschaft, einem Bericht von ABC zufolge. Demnach soll Veloso als Zeugin in einem Prozess gegen Maria Kristina Sergio aussagen.

Todesdrohungen erhalten

Eben jene Sergio, von der die 30 Jahre alte Todeskandidatin Veloso ohne ihr Wissen als Drogenkurierin ausgenutzt worden sein soll. Jahrelang war die Frau untergetaucht gewesen - bis sie sich am Dienstagvormittag, wenige Stunden vor der geplanten Hinrichtung, plötzlich in der philippinischen Provinz Nueva Ejica der Polizei stellte. Sie habe Todesdrohungen bekommen und wolle nun die Vorwürfe gegen sich entkräften, berichtet CNN Philippines.

Gemeinsam mit zwei Komplizen soll Sergio Veloso rekrutiert haben - mit dem Versprechen, der Mutter, die aus ärmsten Verhältnissen stammt, einen Job als Haushälterin in Indonesien zu verschaffen. Bei der Einreise 2009 war Veloso mit 2,6 Kilogramm Heroin am Flughafen festgenommen worden, die in ihren Koffer eingenäht waren. Stets beteuerte sie, Sergio habe ihr diese Tasche gegeben. Dennoch wurde die zweifache Mutter 2010 in Indonesien zum Tod verurteilt.

"Wunder werden wahr"

Der philippinische Staatschef Benigno Aquino ließ nun erklären, sein Land sei Indonesien dankbar. In Manila feiern Demonstranten, auf Twitter wird dem Präsidenten unter dem #SaveMaryJane gedankt. "Wunder werden wahr", sagte Velosos Mutter Celia einem philippinischen Radiosender. Die beiden Söhne ihrer Tochter seien wach und riefen: "Ja, ja, Mama wird leben."

Noch allerdings ist das weitere Schicksal von Veloso ungewiss. Unklar ist, wann die Frau gegen Sergio aussagen wird. Und auch was danach passiert. Der Aufschub bedeutet zunächst nicht, dass Veloso nicht zu einem späteren Zeitpunkt doch noch hingerichtet werden kann. Wie die acht anderen Gefangenen - unter ihnen zwei Australier - die trotz internationaler Proteste am Dienstagabend vor ein Erschießungskommando gestellt wurden.