Hauptstadt von Neuseeland Aus Wellington wird "Mitte von Mittelerde"

Was tun, um die Popularität der eigenen Stadt zu steigern? Die Marketingexperten der neuseeländischen Hauptstadt Wellington sind zu einer drastischen wie erfolgsversprechenden Maßnahme bereit: Sie streben eine Namensänderung an, zumindest vorübergehend.

Neuer Name, neues Logo: Die neuseeländische Haupstadt Wellington will sich anlässlich der Premiere des ersten Hobbit-Films umbenennen.

(Foto: AP)

Von Deutschland aus gesehen, liegt Neuseeland am anderen Ende der Welt. Und selbst Nachbar Australien ist von dem isoliert im Pazifik liegenden Inselstaat noch mehr als 1500 Kilometer entfernt. Vielleicht ist den allermeisten deshalb so wenig über das Land bekannt - oder könnten Sie spontan die Hauptstadt Neuseelands nennen?

Das Problem mit der Bekanntheit ist offenbar auch den Marketingexperten von Wellington - besagte Hauptstadt - bewusst. Und so ist man zur Popularitätssteigerung nun sogar zu einer Namensänderung bereit. In "Mitte von Mittelerde" will sich die Stadt an der Südspitze der neuseeländischen Nordinsel umbenennen, zumindest vorübergehend.

Anlass der Namensänderung ist die Weltpremiere des ersten Films der Hobbit-Trilogie im November. Drei Wochen lang soll Wellington dann unter "Die Mitte von Mittelerde" firmieren, teilte die Stadtverwaltung mit. Unter anderem sollen sich an der Aktion die Post sowie mehrere örtliche Zeitungen und Behörden beteiligen.

Wellington werde für die Premiere von "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" am 28. November 1,1 Millionen neuseeländische Dollar (690.000 Euro) ausgeben, sagte Bürgermeisterin Celia Wade-Brown. Außerdem soll es Ausstellungen mit Hobbit-Kunstwerken und ein Festival für Kunsthandwerk geben.

Mittelerde ist die von Autor J.R.R. Tolkien erdachte fiktive Welt, in der "Der Hobbit" und die "Herr der Ringe"-Trilogie spielen. Der Film ist das erste von drei Prequels zur "Herr der Ringe"-Trilogie unter der Regie von Peter Jackson, der in Wellington lebt. Sowohl "Der Hobbit" als auch "Der Herr der Ringe" wurden in Neuseeland gedreht.

Die Vorteile der Umbennung liegen auf der Hand: Zum einen impliziert der neue Name maximale Zentralität. Zum anderen dürfte der Phantasieort ungleich mehr Menschen etwas sagen als der reale.