Grand-Bassam Leiterin des Goethe-Instituts stirbt bei Anschlag in der Elfenbeinküste

Angreifer haben Hotels im Urlaubsort Grand-Bassam in dem westafrikanischen Land gestürmt und dort auf Gäste und Personal geschossen. Insgesamt starben mindestens 16 Menschen.

Unter den Opfern des Terroranschlags an der Elfenbeinküste ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes auch eine Deutsche. Dabei handelt es sich um die Leiterin des Goethe-Instituts in der ivorischen Wirtschaftsmetropole Abidjan, Henrike Grohs, wie ein Mitarbeiter des Instituts sagte. "Wir stehen alle unter Schock und sind sehr traurig." Grohs sei regelmäßig an den Strand im Urlaubsort Grand-Bassam gefahren, an dem Attentäter am Sonntag drei Hotels angriffen.

Schwerbewaffnete hatten am Sonntag drei Hotels und einen Strand des auch bei Touristen beliebten Badeorts Grand-Bassam angegriffen. Insgesamt 14 Zivilisten und zwei Soldaten seien von den "Terroristen" getötet worden, sagte Präsident Alassane Ouattara am Abend nach einem Besuch vor Ort. Nach seinen Angaben wurden auch sechs der Angreifer getötet.

Die Angreifer sollen "Allahu Akbar" gerufen haben

Augenzeugen berichteten, die Angreifer hätten "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen. Mehrere schwerbewaffnete Angreifer sollen zunächst am Strand des Badeorts das Feuer auf Badegäste eröffnet haben.

"Wir waren am Strand, wir haben Schüsse gehört und Menschen weglaufen gesehen, und uns ist klar geworden, dass das ein Angriff ist", berichtete ein Zeuge. Offenbar setzten die vermummten Männer anschließend ihre Angriffe auf die angrenzenden Hotels im französischen Viertel des Orts fort.

Ein libanesischer Gast des Hotels L'Etoile du Sud sah nach eigenen Angaben einen Angreifer mit einer Kalaschnikow und einem Gürtel mit Granaten. Andere berichteten, wie Gäste aus den Hotels in Sicherheit gebracht wurden.

Die Armee riegelte die Umgebung ab. Der rund 40 Kilometer östlich der Hauptstadt Abidjan gelegene Ferienort Grand-Bassam war während der französischen Herrschaft die wichtigste Stadt der Kolonie. Die 80.000-Einwohner-Stadt mit ihren eleganten historischen Fassaden gehört zum Weltkulturerbe und ist auch bei in der Elfenbeinküste lebenden Ausländern beliebt.

Vier westliche Tote waren unter den Opfern

Innenminister Hamed Bakayoko sagte am Sonntagabend, es gebe vier westliche Tote, darunter ein Franzose und eine Deutsche. Außenminister Frank-Walter Steinmeier bestätigte dies am Montagvormittag. Frankreichs Präsident François Hollande verurteilte den "feigen" Angriff scharf. Er sicherte den ivorischen Behörden Frankreichs Unterstützung bei der Suche nach den Tätern und Hintermännern zu.

In den vergangenen Monaten waren bei islamistischen Angriffen auf Luxushotels in den Nachbarländern Mali und Burkina Faso Dutzende Menschen getötet worden. Zu den Anschlägen in der malischen Hauptstadt Bamako im November und in Ouagadougou im Januar bekannte sich das Terrornetzwerk Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI). In Bamako töteten die Angreifer 20 Menschen, in Ouagadougou gab es 30 Todesopfer.

Ende Juni hatte ein IS-Angreifer in Tunesien vor einem Strandhotel bei Sousse 38 ausländische Touristen getötet, darunter zwei Deutsche. Experten warnten damals, islamistische Angriffe könnten auch die Elfenbeinküste und den Senegal treffen.