Tod in der Karibik Wrack von Missoni-Flugzeug im Meer gefunden

Vittorio Missoni mit seiner Frau Maurizia Castiglioni (Bild aus dem Jahr 2005).

(Foto: AP)

Ihre Familie hatte immer an ein Wunder geglaubt: Doch jetzt steht der Tod des italienischen Modeunternehmer-Paares Missoni fest. Das Wrack ihres verschwundenden Flugzeuges ist im Meer vor Venezuela gefunden worden. Es ist nicht der erste Schicksalsschlag für die Unternehmerfamilie.

Nach sechs Monaten ist die Ahnung zur schlimmen Gewissheit geworden: Das Wrack des zweimotorigen Flugzeuges, das den italienischen Modeunternehmer Vittorio Missoni, seine Ehefrau, ein befreundetes Paar und zwei Piloten an Bord hatte, ist gefunden worden. "Das Flugzeug YV2615 vom Typ Islander, das am 4. Januar 2013 die Route Los Roques-Maiquetia flog, wurde geortet", teilte der Sprecher des venezolanischen Innenministeriums, Jorge Galindo, auf Twitter mit.

Damit ging eine lange Suche zu Ende. Generalstaatsanwältin Luisa Ortega Díaz sagte, die Maschine sei nördlich des Archipels Los Roques in einer Tiefe von 76 Metern entdeckt worden.

Die Nachricht dürfte die Missoni-Familie erneut schwer treffen, erst vor kurzem starb im Mai Ottavio Missoni, der Gründer des gleichnamigen Fashion-Labels und der Vater Vittorios im Alter von 92 Jahren. Die Familie hatte lange nach dem Verschwinden des Flugzeuges auf ein Wunder gehofft. Doch schon im Januar verdichteten sich die Hinweise auf einen Absturz, als ein deutscher Tourist eine Tasche fand, die vermutlich aus dem Flugzeug stammte.

An dem besagten 4. Januar, einem Freitag, stiegen die Eheleute Missoni mit einem weiteren italienischen Paar in die kleine zweimotorige Britten-Norman-Maschine "BN2" Islander, die einen fast legendären Ruf als robustes Buschflugzeug und "Inselhopper" hat. Sie wollten vom internationalen Flughafen Maiquetiá, etwa 30 Kilometer von Caracas entfernt, in ihre Heimat zurückfliegen. An Bord des Flugzeuges waren auch ein venezolanischer Pilot und dessen Co-Pilot. Der letzte Funkkontakt wurde gegen 18 Uhr aufgezeichnet - danach war die Maschine verschollen.

Sohn glaubte an Entführung

Familienmitglieder waren selbst nach Venezuela geflogen, um bei der Suche nach den Vermissten zu helfen. Der Sohn Vittorio Missonis, Ottavio, schloss lange Zeit andere Möglichkeiten für das Verschwinden des Vaters nicht aus. Er vermutete sogar eine Entführung. "Ein Flugzeug kann nicht einfach so verschwinden, auf einer so kurzen Strecke und ohne Spuren zu hinterlassen. Keiner wird uns davon überzeugen, bis das Gegenteil bewiesen ist", hatte er noch im Januar gesagt.

Nun ist die Stunde der traurigen Wahrheit gekommen. Die Familie reagierte am Donnerstag in einem Statement auf die Nachricht aus Venezuela: "Die Familien danken der venezolanischen Regierung und der italienischen Regierung für ihren Einsatz, der die Suche möglich gemacht hat und vertrauen darauf, dass die Untersuchungen fortgesetzt werden bis die Ursache für das Unglück geklärt ist."

Das Wrack sei mit Hilfe des US-Schiffes "Deep Sea" geortet worden. Die Kurzflugstrecke Los Roques-Maiquetia ist nicht ungefährlich. Bereits vorige Woche hatten die venezolanischen Behörden mit Hilfe eines US-Spezialschiffes das Wrack eines anderen Flugzeuges geortet, das 2008 auf der gleichen Route nur in umgekehrter Richtung mit 14 Menschen an Bord ins Meer gestürzt war.