Ermittlungen gegen Lübecker Lehrer Bombenbauen an der Waldorfschule

Wie man Schwarzpulver herstellt und daraus Rohrbomben baut, soll ein Lehrer aus Lübeck seinen Fünftklässlern gezeigt und mehrfach gemeinsam mit den Schülern die Sprengsätze gezündet haben. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Rohrbombe statt Lackmustest: An einer Lübecker Waldorfschule soll ein Lehrer im Unterricht mit seinen Schülern Schwarzpulver hergestellt und damit Bomben gebaut haben. Wie die Lübecker Nachrichten berichten, ermittelt die Staatsanwalt gegen den 39 Jahre alten Pädagogen - es bestehe der Verdacht, dass er gegen das Sprengstoffgesetz verstoßen habe, sagte der Behördensprecher dem Blatt.

"Ein pädagogischer Sinn und Zweck einer Rohrbombendetonation ist nicht erkennbar, von den Gefahren für die Schüler ganz zu schweigen", sagte CDU-Bildungspolitikerin Heike Franzen am Mittwoch in Kiel.

Seit 2009 soll der Lehrer gemeinsam mit Fünftklässlern Schwarzpulver hergestellt, dieses in Rohre gefüllt und die Bomben mit Wunderkerzen gezündet haben - "aus Spaß" wie die Mutter eines Schülers der Zeitung sagte. Gleich, ob in den Chemieunterricht eingebettet oder nicht: An allen öffentlichen und privaten Schulen in Schleswig-Holstein sei der Umgang mit Schwarzpulver verboten, sagte eine Sprecherin des Bildungsministeriums.

Die Schulleitung bestätigte dem Bericht zufolge die Ermittlungen gegen ihren Lehrer, machte mit Verweis auf das laufende Verfahren aber keine Angaben zur Sache. "Die betroffene Lehrkraft genießt weiterhin das Vertrauen des Vorstandes, der Schulführungskonferenz und der Elternschaft", heißt es in einer Stellungnahme des Trägervereins.

Erhärtet sich der Verdacht gegen den Lehrer, drohen ihm dem Bericht zufolge eine Geldstrafe oder bis zu drei Jahre Haft. Zudem könnte ihm die Unterrichtserlaubnis entzogen werden.