Hilfe aus dem Wohnzimmer: Warum die Deutschen, bewegt durch die Bilder aus Haiti, neue Spendenrekorde aufstellen.
Die ersten Spendenaufrufe kamen per SMS und Twitter. Der in Haiti geborene Sänger Wyclef Jean etwa forderte dazu auf, sofort aktiv zu werden angesichts der humanitären Katastrophe - und bat um Spenden für seine Stiftung "Yele Haiti". Stars wie Brad Pitt, Angelina Jolie, Ben Stiller und Oprah Winfrey appellierten auf ihren Websites an die Fans, für die Opfer des Erdbebens zu spenden.
Spendensammlung im TV: "Ein Herz für Kinder"-Gala mit George Clooney. (© Foto: Reuters)
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US-Präsident Barack Obama sendete seine allererste Twitter-Botschaft aus dem Zentrum des Roten Kreuzes in Washington, das die Hilfsleistungen für die Opfer des verheerenden Erdbebens in Haiti koordiniert: "Präsident Obama und die First Lady besuchen gerade das Rettungszentrum." Auch deutsche Hilfsorganisationen wie "Aktion Deutschland Hilft", die Welthungerhilfe oder Unicef nutzen verstärkt Dienste wie Twitter und Facebook, um für Spenden aufzurufen - mit enormem Erfolg.
Die Erdbebenkatastrophe von Haiti hat eine riesige Hilfsbereitschaft in Deutschland ausgelöst. "Einen solchen Ansturm an Spendern haben wir seit dem Tsunami nicht mehr erlebt", sagt Barbara Wiegard vom katholischen Hilfswerk Misereor. Bei Misereor, der Welthungerhilfe und den anderen Organisationen des Bündnisses "Entwicklung hilft" sind Zehntausende Online-Spenden eingegangen.
Das Aktionsbündnis Katastrophenhilfe teilte mit, dass bereits innerhalb der ersten Tage nach dem Beben eine Million Euro Spenden eingingen. Die gleiche Summe sammelte das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Und am Dienstag sollte die ZDF-Spendengala "Ein Herz für Kinder", moderiert von Thomas Gottschalk , die Spendenbereitschaft weiter ankurbeln.
Besondere Empathie für die ärmsten Länder
Doch warum zeigen die Spendenkampagnen für Haiti innerhalb weniger Stunden eine so große Wirkung, während sie bei anderen Katastrophen weniger erbrachten? Warum spendeten die Deutschen etwa nach den drei tropischen Wirbelstürmen, die 2008 auf Haiti große Verwüstungen anrichteten, dem DRK zufolge gerade einmal 30.000 Euro, während sie nun tief in die Tasche greifen? Warum müssen chinesische Erdbebenopfer oder afrikanische Bürgerkriegsflüchtlinge mit weniger Spenden rechnen?
Zum einen erklärt sich das aus der Größe und der Offensichtlichkeit der Katastrophe. "Dass eines der ärmsten Länder der Erde nun zusätzlich von einem so unfassbaren Unglück getroffen wird, weckt besondere Empathie", sagt Christina Rau, die sich als Stiftungsrätin der Kindernothilfe seit Jahren in Haiti engagiert. Zum anderen weiß Rau aber auch, dass die Leute vor allem dann spenden, "wenn es sich nicht um menschengemachte Katastrophen handelt". Bestes Beispiel dafür ist der Tsunami im Indischen Ozean von 2004, bei dem die Deutschen etwa 670 Millionen Euro an Spenden sammelten.
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Studie von UN-Kinderhilfswerk
Ich bin gegen diese privaten Spendenaktionen und werde auch in Zukunft nichts mehr spenden.
Private Spenden sind rein willkürlich. Sie führen oft auch dazu, dass die Spenden, bei denen der Zweck angegeben wird, oft höher sind als der Bedarf, während an anderen Stellen das Geld dringend fehlt. Manchmal werden Katastrophenopfer, die öfters in den Medien erscheinen, dadurch sogar wohlhabend (z. B. Hochwasserkatastrophe), während der Spender sich mühsam 10 Euro abgerungen hat.
Es sollte ein weltweiter Katastrophen-Fond eingerichtet werden, in den jeder Staat einen Beitrag einzuzahlen hat, der auch private Spenden entgegennehmen kann, und der bei Katastrophen sofort einspringen kann.
Außerdem sollten bei einer Spendengala gleich am Anfang die Spende der Moderatoren und Organisatoren der Sendung genannt werden, damit ich erkennen kann, wie sehr ihnen ihr Anliegen am Herzen liegt.
Gott sei Dank weiss ich ja (als ehemaliger Mitarbeiter einer Weltretterorganisation) dass die UNO mit Milliarden rangeht, die EU auch Milliarden springen lässt (wer kontrolliert das eigentlich?), die Weltbank/IMF auch nicht weit sind, Rotes Kreuz, Medecins sans etc. frontieres hunderte Millionen einsammeln und dann werden noch wahrscheinlich hunderte NGOs (gross und klein) hinterspringen und auch helfen wollen (bestimmt auch mit hunderten Millionen).
Wenn man dann noch berücksichtigt dass ein Land wie Haiti hochkorrupt ist, keine Wirtschaft zum Wiederaufbau hat usw. kann man getrost davon ausgehen, dass das Geld zum grössten Teil für Flüge nach Haiti, Gehälter der Weltretter und Hotelkosten draufgehen wird.....aber das ist ja jedes Mal das Gleiche....Sorry aber das sind auch meine Steuergelder die da jedes Mal verschleudert werden...
Haiti, ein echter 6er im Lotto für die Hilfsorganisationen - da trommeln sämltliche Medien um die Wette und auch die Promis halten ihr Gesicht in jede Kamera um zu beweisen, wie edel sie sind.
Keine Frage, Haiti hat es schlimm getroffen und Hilfe ist echt nötig. Aber die Frage, in welchem Maße Spenden in Haiti tatsächlich ankommen, also die Hilfsorganisationen arbeiten können, ohne dass dort Geld versickert ist halt alles andere als geklärt.
Da war Haiti bisher eben nicht als prima funktionierender Rechtsstaat und professioneller Partner in der Entwicklungshilfe bekannt.
Schade finde ich, dass wichtige Projekte in aller Welt, die es nicht bis in die Tagesschau schaffen, von Spendenden, Medien und Promis leider viel zu wenig bewürdigt werden. Und unprofessionell von den Hilfsorganisationen ist es (leider immer noch), grundsätzlich nicht zu benennen, welcher Hilfsbedarf überhaupt besteht. Da werden dann Beispielsummen genannt (mit 75 können Sie...), am tatsächlichen Bedarf geht das oft aber meilenweit vorbei. Da herrscht dann bei den Fundraisern die große Hoffnung, dass möglichst viele vergessen, bei der Überweisung draufzuschreiben, für was die Spende verwendet werden soll - dann geht das zu den zweckfreien Spenden und kann für sonstwas verwendet werden.
Soviel dazu nur als Fundraising-Insider...
Dass die Menschen tief in die Tasche greifen hängt ganz intensiv mit dem Trommeln der Medien zusammen. Ein guter Zweck, ja - und der rechfertigt vieles. Trotzdem sollten wir nicht darüber hinwegsehen, dass es z. B. einen Wettlauf zwischen ARD und ZDF gibt, wer nun wirklich der bessere Trommler ist. Der blondgelockte wird heute Abend schon einiges auf die Beine stellen, ganz klar -
aber denkt dran, liebe Damen und Herren der Medien: Es geht nicht um Euch!
ich habe nix gespendet und werde auch in Zukunft nix spenden. Denn 700 Millionen an Hilfsgeldern wurden zugesagt und ich bin ein armer Schlucker und muss mit jedem Cent rechnen.Wer kann sich noch an die Erdbebenkatastrophe in Italien erinnern??-viele Millionen sind versickert und wurden unterschlagen-in Haiti wird auch nix anderes passieren-ich appeliere deshalb an dieser Stelle an die FDP ihre Spendenmillion dem Aufbau Haiti`s zukommen zu lassen...