Düsseldorf Sufis protestieren gegen Cavalli-Logo

Eine Kollektion des italienischen Designers Roberto Cavalli verärgert gläubige Anhänger des Sufismus auf der ganzen Welt. Weil das Logo der Linie einem für die islamische Gruppe heiligen Emblem ähnlich sieht, haben sie in zahlreichen Städten Protestaktionen gestartet. Auch in Düsseldorf gibt es eine Demonstration.

Die Bilder, die auf Twitter zu sehen sind, zeigen eine Demonstration auf dem Schadowplatz in der Düsseldorfer Innenstadt. Dutzende Menschen haben sich dort versammelt, um gegen den italienischen Designer Roberto Cavalli zu protestieren. "Unser Logo, unser Recht" und "Hör auf damit, unser Emblem zu benutzen" steht auf ihren Transparenten.

Die Demonstranten sind Anhänger des Sufismus, einer asketisch und spirituell geprägten Richtung des Islam. Sie stören sich daran, dass Cavalli ihr "heiliges Logo" auf "provokative Weise" und "für Artikel wie Bikinis, Sonnenbrillen, Schmuck und Kleidung" verwendet wird, wie es auf der Internetseite von "Sufi Rights" heißt.

In anderen Städten, etwa London oder New York City, hat es bereits Proteste vor Läden gegeben, in denen Produkte der Kollektion angeboten werden. Auch in der US-Hauptstadt Washington sind am Samstag Proteste geplant. Am 25. Juni wollen Sufisten in Paris und Mailand auf die Straße gehen.

Plagiat eines islamischen Motivs

Die mediale Kampagne gegen Roberto Cavalli haben Sufismus-Schüler weltweit bereits vor gut zwei Wochen gestartet: Unter dem Hashtag #TakeOffJustLogo (sinngemäß: "JustLogo entfernen") klagen die Gläubigen auf Twitter und Facebook gegen den angeblichen Missbrauch eines für sie wichtigen Emblems. Das Logo, unter dem die Produkte der Linie "Just Cavalli" beworben werden, so der Vorwurf, stelle ein Plagiat eines islamischen Motivs dar. Deshalb solle der Designer es unverzüglich zurückziehen.

Das Logo der Kollektion, in der vor allem Freizeitkleidung und Jeans vertrieben werden, besteht aus zwei Sicheln, die in der Mitte verbunden sind. Das PR-Team des Designers streitet Medienberichten zufolge ab, dass es sich um eine Kopie des betreffenden Sufi-Symbols handle und gab stattdessen bekannt, dass die Abbildung einen stilisierten Schlangenbiss darstellen solle.

Das "Heilige Emblem" hingegen, auf das sich die Sufisten beziehen, setzt sich aus der zweimaligen Niederschrift des Wortes "Allah" zusammen. Laut dem Abdschad, dem alphabetischen Zahlensystem der Araber, entspricht dem Wort "Allah" die Zahl 66. Mal zwei genommen ergibt das 132 - diese Nummernfolge ergibt wiederum das Wort "Herz".

Sufis, auch Mystiker des Islams genannt, versuchen durch Askese und Meditation ihrem Gott nahe zu kommen, oft auch indem sie sich in tranceähnliche Zustände versetzen.