Deutschland-Premiere von "Skyfall" James Bond erobert Berlin

Einhundert Meter roter Teppich, ein weiträumig abgesperrter Potsdamer Platz: Wenn James Bond kommt, ist auch Berlin gespannt. Zur Premiere von "Skyfall" entzückt Daniel Craig die Hauptstadt.

Von Philipp Crone, Berlin

Er bewegt sich wieder so. Mit ernstem Blick und wippendem Schritt, ein wenig nach vorne gebeugt, als ob er jederzeit losspringen würde, dazu die leicht angewinkelten Arme, bereit zum Angriff oder zur Abwehr. Daniel Craig geht bei der Deutschlandpremiere von "Skyfall" so über den roten Teppich vor dem Berlinale-Theater am Potsdamer Platz, wie er als Bond durch seine Filme marschiert: Wie ein aufmerksames Raubtier.

Der 44 Jahre alte Brite ist der mit Abstand muskulöseste James Bond-Darsteller in der 50-jährigen Geschichte des Geheimagenten. Selbst das Lächeln wirkt bei ihm kraftvoll. Kann der Mann vor lauter Kraft auch locker sein? Das ist es, was viele an den ersten beiden Bond-Folgen mit Craig vermissen, diesen lässigen Humor, zu dem auch mal ein schlaksig schlurfiges Auftreten à la Connery gehört.

An diesem Abend ist Craigs leichte Anspannung allerdings ein wenig nachvollziehbar. Die Szenerie vor dem Kino ist beeindruckend. Der Platz ist von der Polizei weiträumig abgeriegelt, den Briten erwartet ein hundert Meter langer roter Teppich. Die meisten Gäste sind eine halbe Stunde vor Filmbeginn schon über diesen Teppich gelaufen,

Model Franziska Knuppe hat berichtet, wie "sexy" Craig ist, Schauspieler Clemens Schick, ein Bond-Bösewicht aus "Casino Royale", wie stolz er ist, zur Bond-Familie zu gehören. Dann wippt Craig über den Teppich, perfekt gelegtes Haar, perfekt sitzendes Lächeln. Begleitet vom Kreischen der Fans macht er sich auf den Weg.

Nach einigen Minuten entspannt er sich, die Autogramme kommen flüssig, Craig hat hier nichts zu befürchten, die Mission ist einfach und erfüllt sich ausnahmsweise von selbst. Am Ende betritt er das Kino, und es bleibt ruhig. Nicht ein Schuss ist gefallen und nichts explodiert.