Bückeburger Kaserne Soldatin soll Vergewaltigung erfunden haben

Nach der vermeintlichen Vergewaltigung einer Soldatin in der Bückeburger Jäger-Kaserne hatte die zuständige Staatsanwaltschaft jüngst eine Massen-DNA-Untersuchung angekündigt.

(Foto: dpa)

Der brutale Übergriff auf eine junge Bundeswehrsoldatin in der Bückeburger Jäger-Kaserne machte im Sommer Schlagzeilen. Nun könnte der Fall eine spektakuläre Wendung nehmen: Die 25-Jährige soll die Vergewaltigung vorgetäuscht haben.

Erst sei sie brutal vergewaltigt und anschließend von ihrem Peiniger in einen Spind gesperrt worden, gefesselt und geknebelt. So hatte eine junge Soldatin ihr Martyrium in einer Bundeswehr-Kaserne in Niedersachsen geschildert. Jetzt heißt es: Die 25-Jährige könnte den vermeintlichen Übergriff im August dieses Jahres frei erfunden haben.

Die Polizei vermutet nach Medienberichten, dass die Soldatin die Vergewaltigung in der Bückeburger Jäger-Kaserne vorgetäuscht habe. Die abschließende Bewertung des Falles stehe noch aus, sagte ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft in Bückeburg. Aus Ermittlerkreisen wurde der Nachrichtenagentur dpa allerdings bestätigt, dass schon früh der Verdacht aufgekommen sei, die Unteroffizierin sage nicht die Wahrheit.

Die Hannoversche Allgemeine Zeitung und die Bild-Zeitung hatten zuvor über eine mögliche Wende in dem Fall berichtet. Demzufolge wurden am Körper der Soldatin keine Blutergüsse oder andere Verletzungen festgestellt. Auch bei einer Rekonstruktion des angeblichen Tathergangs seien Zweifel an den Angaben der Soldatin aufgetaucht. Zudem habe die Frau sich bei den Vernehmungen in Widersprüche verstrickt.

Trotz der jüngsten Entwicklungen will die Staatsanwaltschaft vorerst an einer geplanten DNA-Reihenuntersuchung von mehr als 500 Bundeswehrangehörigen festhalten. Das sagte ein Behördensprecher. Allerdings würden in dem Fall laufend neue Erkenntnisse gewonnen und auch berücksichtigt. Berichte, wonach die Soldatin möglicherweise an einer seelischen Störung leide, wollte er nicht kommentieren. Es werde "in alle Richtungen ermittelt". Derzeit wird vom Landeskriminalamt (LKA) ein jüngst aufgetauchter Brief untersucht, den der Beschuldigte an die Soldatin geschrieben haben soll.