Bluttat in Kinderkrippe Belgischer Vierfachmörder für zurechnungsfähig erklärt

Unzurechnungsfähig oder schlicht böse? Vor vier Jahren richtete ein Mann in einer Kinderkrippe ein Blutbad an. Jetzt hat ein Gericht entschieden: Der geistig gestörte Angeklagte muss ins Gefängnis.

Vier Jahre ist es her, dass der Mann eine Kinderkrippe im belgischen Dendermonde betrat und auf Kinder und Erwachsene einstach. Zwei Babys und eine Betreuerin starben. Jetzt hat ein Gericht den 24-Jährigen in Gent des vierfachen Mordes für schuldig befunden. In dem Prozess war es um die Frage der Zurechnungsfähigkeit gegangen.

Die Persönlichkeitsstörung des Mannes habe seine Urteilsfähigkeit nicht erheblich beeinflusst, urteilten die Geschworenen. Sie wiesen das Argument der Verteidigung zurück, der Mann sei geisteskrank und deshalb nicht zurechnungsfähig. Die Anklage und Eltern der Opfer als Nebenkläger hatten mit Unterstützung medizinischer Experten argumentiert, dass der Angeklagte zwar ein gefährlicher "Psychopath" sei, aber zur Rechenschaft gezogen werden könne.

Das Verfahren hatte unter anderem die genaue Planung der Taten belegt. Der 24-Jährige hatte im Januar 2009 in der Kindertagesstätte "Märchenland" ein Blutbad angerichtet. Vor der Tat hatte der Mann seine Augen schwarz, den Rest des Gesichts weiß geschminkt. Der Fall sorgte in Belgien für Wut und Empörung in der Bevölkerung.

Laut Verteidigung war der Mann nicht schuldfähig. Sie erkannte zwar die Gefährlichkeit des Mannes an, wollte ihn aber in einer psychiatrischen Klinik untergebracht wissen. "Das ist ein kranker Mann", urteilte Anwalt Jaak Haentjens, der sich ebenfalls auf ein Expertengutachten berufen konnte. Die Eltern des Angeklagten hatten ausgesagt, wie sie Jahre vor den Taten vergeblich versucht hätten, ihren Sohn wegen auffälligen Verhaltens in einer psychiatrischen Klinik unterzubringen.

Der Verteidiger hatte im Laufe des Prozesses auch einen Brief des Angeklagten vorgelesen, in dem dieser Hintergründe der Tat schilderte. "Ich wollte mir in diesem Alter selbst beweisen, dass ich jemanden töten konnte. Tut mir leid für die Morde", hieß es darin.

Das Strafmaß wurde zunächst nicht festgelegt - dem jungen Mann droht eine lebenslange Haftstrafe.