Bistum Limburg unter Tebartz-van Elst Himmelwärts

Der Limburger Bischofssitz soll nun 31 Millionen Euro kosten - und ist damit noch viel teurer als gedacht. Oberhirte Tebartz-van Elst habe so manche hinters Licht geführt, meinen Kritiker.

Von Matthias Drobinski

Fünf bis sechs Millionen Euro solle der Bau kosten, hieß es vor sechs Jahren im katholischen Bistum Limburg, und schon damals zog mancher Pfarrer die Augenbraue hoch: Sechs Millionen Euro für das neue Bischofshaus oben auf dem Limburger Domberg, und in den Pfarreien fehlt das Geld? Nun ist klar: Die neue Residenz des Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst wird nicht sechs, sondern 31 Millionen Euro kosten. Das hat, nach langem Streit, nun die "verwaltungsinterne Kostenrechnung" ergeben, wie das Bistum am Montagabend mitteilte.

Damit wird der Bau noch einmal zehn Millionen Euro teurer als bis dahin geschätzt. "Alle zur Verfügung stehenden Unterlagen" würden nun an eine Prüfungskommission der Bischofskonferenz weitergeleitet, heißt es in der Erklärung; diese Kommission habe den Auftrag, "die verschiedenen Einzelprojekte der gesamten Baumaßnahme hinsichtlich der Kosten und der Finanzierung zu überprüfen".

Warum das Projekt mindestens fünf mal so teuer wird wie geplant, darüber streiten sich Bischof Tebartz-van Elst und seine Kritiker. Dem Bistum zufolge liegt es daran, dass die Sanierung und Restaurierung des historische Gebäudes der Alten Vikarie viel teurer war als erwartet. Medienberichten zufolge aber trieben auch zahlreiche Sonderwünsche des Bischofs die Kosten nach oben. In den Augen auch wichtiger Kirchenvertreter im Bistum war der gesamte Bau des "Diözesanen Zentrums St. Nikolaus", in dem sich auch die Drei-Zimmer-Wohnung des Bischofs und eine Privatkapelle befinden, insgesamt zu aufwendig und prunkvoll geplant. Über die Finanzierung des Baus konnte das Bistum bisher keine genauen Angaben machen. Unklar ist auch, ob bei der Finanzierung gegen Kirchenrecht verstoßen wurde, weil Teile von Rom hätten genehmigt werden müssen.

Zuletzt war der Streit um die Amts- und Lebensführung von Bischof Tebartz-van Elst derart eskaliert, dass der ehemalige Papstbotschafter in Deutschland, Kardinal Giovanni Lajolo, eigens nach Limburg reiste, um zu vermitteln. Tebartz-van Elst hat versprochen, die Kosten für den Bau des Zentrums offen zu legen und den Dialog mit seinen Kritikern zu suchen. Die schnelle Ablösung des Bischofs gilt als unwahrscheinlich.