Axt-Angriff Polizei: Angreifer in Düsseldorf befand sich in "psychischer Ausnahmesituation"

  • Neun Menschen werden bei einem Angriff mit einer Axt im Düsseldorfer Hauptbahnhof verletzt.
  • Der Tatverdächtige ist ein 36-Jähriger, der in Wuppertal lebt. Der Polizei zufolge leidet er schon länger an einer psychischen Störung.
  • Der Mann musste operiert werden und ist nicht vernehmungsfähig.
  • Es gibt keine Hinweise auf ein religiöses oder politisches Motiv.

Ein Mann hat am Donnerstagabend am Düsseldorfer Hauptbahnhof mehrere Menschen mit einer Waffe verletzt. Bei dem Angriff wurden vier Personen schwer und fünf Personen leicht verletzt. Der Zustand der schwer verletzten Personen ist stabil, zwei der Opfer sind Touristinnen aus Italien, alle anderen stammen aus Nordrhein-Westfalen.

Auf einer Presskonferenz gaben die Ermittler Auskunft über ihre bisherigen Erkenntnisse. Der Vorfall ereignete sich demnach gegen 20.50 Uhr. Den Verlauf schildern die Ermittler folgendermaßen: Der Täter fuhr in der S 28 in Richtung Mettmann. In Düsseldorf stieg er mit anderen Reisenden aus und begann, wahllos auf andere Fahrgäste einzuschlagen. Der Fahrer bemerkte die Gewalttat und verschloss die Türen. Als der Täter realisierte, dass er nicht mehr einsteigen konnte, sei er zunächst nach unten in das Hauptgebäude des Bahnhofs geflohen und schließlich wieder nach oben in Richtung der Gleise 13 und 14 gerannt. Dort sei er weiter über die Gleise gelaufen und schließlich von einer Überführung gesprungen. Dabei verletzte er sich schwer und konnte - bereits bewegungsunfähig - festgenommen werden. Eine Axt wurde nach Angaben der Polizei sichergestellt.

Die Polizei identifizierte den Verdächtigen als 36-jährigen Mann, der in Wuppertal lebt. Es handle sich um einen "offensichtlich verwirrten Einzeltäter". Es gebe "überhaupt keine Hinweise auf ein religiöses oder politisches Motiv", sagte Dietmar Kneib vom Landeskriminalamt (LKA). Der mutmaßliche Täter habe sich in einer "psychischen Ausnahmesituation" befunden, sagte ein Polizeisprecher. "Aufgrund dessen hat er wohl diese Tat begangen." Ein Sprecher der Polizei bestätigte der SZ, dass der Verdächtige bereits seit längerem psychisch krank ist. LKA-Polizist Kneib sagte auf der Pressekonferenz, dass in der Wuppertaler Wohnung ein Attest über eine "paranoide Schizophrenie" gefunden worden sei.

Mutmaßlicher Täter war möglicherweise suizidgefährdet

Bei der Tat nahm es der Mann den Ermittlern zufolge zumindest billigend in Kauf, dass Menschen getötet werden könnten. Er habe die Passanten mit der Axt sowohl am Kopf als auch am Oberkörper attackiert. Weitere Hinweise versprechen sich die Ermittler von der Vernehmung des Verdächtigen.

Der Mann musste allerdings operiert werden und war den Angaben zufolge bisher nicht vernehmungsfähig. Unmittelbar nach seiner Festnahme soll er jedoch gesagt haben, dass er es wohl durchaus darauf angelegt hätte, von der Polizei mit Schusswaffen gestoppt zu werden. Der Verdächtige war bisher nicht wegen einer Straftat polizeibekannt, allerdings habe er sich 2015 selbst bei der Polizei gemeldet und gesagt, dass er möglicherweise selbstgefährdet sei.