Eine neue Hiobsbotschaft aus Japan: Im Reaktor 2 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima-1 gibt es Anzeichen für eine erneute Kernspaltung. Die Betreiberfirma Tepco beschwichtigt, die Lage sei stabil und der Vorfall werde sich nicht auf die künftige Arbeit auswirken.
Aus dem havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi ist ein neuer Vorfall gemeldet worden. In einem der Reaktoren seien Anzeichen für eine erneute Kernspaltung entdeckt worden, teilte die Betreiberfirma Tepco mit. Deshalb habe man vorsorglich Borsäure in den Reaktor 2 der Anlage eingeleitet, um eine mögliche Kettenreaktion zu verhindern. Temperatur, Druck und radioaktive Strahlung hätten sich aber laut Tepco nicht wesentlich verändert.
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Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima-1 gibt es Anzeichen für eine erneute Kernspaltung. Die Betreiberfirma Tepco beschwichtigt: der Reaktor sei stabil. (© AP)
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Der Konzern versuchte, den Vorfall herunterzuspielen: Es handele sich um keine besonders kritische Situation. "Wir haben bestätigt, dass der Reaktor stabil ist, und wir glauben nicht, dass der Vorfall einen Einfluss auf unsere künftige Arbeit haben wird", sagte Tepco-Sprecher Osamu Yokokura. Außerhalb des Kraftwerks sei keine Radioaktivität festgestellt worden. Auch ein Sprecher der japanischen Atomsicherheitsbehörde, Hiroyuki Imari, sagte, man gehe nicht davon, dass es sich um ein größeres Problem handele. Es sei jedoch eine Untersuchung aufgenommen worden.
Die Sorge über eine mögliche unkontrollierte Kernspaltung war durch das vermutete Auftreten der Gase Xenon-133 und Xenon-135 entstanden, Nebenprodukten einer atomaren Reaktion. Beide Substanzen haben eine kurze Halbwertszeit, so dass eine mögliche Kernspaltung kürzlich erfolgt sein müsste. In kontrollierter Form erfolgt Kernspaltung in Atomreaktoren zur Energiegewinnung.
Nach Angaben von Tepco war es in den vergangenen Monaten durch fortwährende Kühlung gelungen, die Temperatur im Reaktor 2 auf unter hundert Grad zu senken - eine der Bedingungen für die angestrebte kalte Abschaltung, bei der die Temperaturen allmählich sinken, ohne dass atomare Reaktionen stattfinden.
Erstmals seit dem verheerenden Unglück soll am heutigen Mittwoch in Japan wieder ein abgeschalteter Reaktor hochgefahren werden. Der Betreiberkonzern Kyushu Electric Power auf der südlichen Hauptinsel Kyushu wollte den Reaktor Nummer 4 in der Atomanlage Genkai wieder ans Netz bringen, wie der Konzern mitteilte. Der Reaktor war am 4. Oktober wegen Problemen mit dem Kühlsystem automatisch heruntergefahren worden.
Nachdem die staatliche Atomaufsichtsbehörde den Schadensbericht des Betreibers sowie die Sicherheitsmaßnahmen abgesegnet hatte, gaben Politiker laut Medienberichten ihre Zustimmung zum Wiederanfahren. Derzeit sind nur 10 der 54 Reaktoren im Land am Netz.
Durch das schwere Erdbeben und dem darauf folgenden Tsunami am 11. März starben in Japan etwa 20.000 Menschen oder wurden als vermisst gemeldet. Drei der sechs Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima-1 wurden schwer beschädigt. Zehntausende Menschen mussten die verstrahlten Gebiete rund um Fukushima-Daiichi verlassen.
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(dpa/AFP/dapd/infu/leja)
Lest das Buch von dem Autor Wilhelm Horstmann der über die Katastrophe von Fukushima geschrieben hat. Schonungslos, sehr gut recherchiert! Lohnt sich allemal...vielleicht wird die "Welt" dann Mal wach. So, hat das Ende schon angefangen...wenn es denn so weitergeht.
Was mir in diesem Artikel konkret aufgefallen ist:
- Der Begriff "Kernspaltung"
(wie in älteren Kommentaren bereits erwähnt) beschreibt das Problem nicht. Kernspaltung tritt ununterbrochen an jedem Ort der Erde auf.
Hier ist vermutlich eine erneute KERNSCHMELZE also eine unkontrollierte Kettenreaktion gemeint.
- "radioaktive Strahlung"(dieser Begriff wird grausamerweise allgemein sehr oft verwendet):
gemeint ist ionisierende Strahlung. Radioaktivität ist KEINE Eigenschaft der Starhlung sondern der Atomkerne.
-"atomare Reaktion":
auch darauf wurde bereits hingewiesen. Hier sind Kernreaktionen gemeint. Atomare Reaktionen werden klassischerweise auch als chemische Reaktionen bezeichnet.
-"verstrahlte Gebiete":
den Begriff VERSTRAHLT gibt es nicht. Man kann etwas BEstrahlen, zB einen Knochenbruch mit X-Strahlen, oder etwas kann KONTAMINIERT sein, also mit radioaktiven Partikeln beschmutzt (was hier gemeint ist)
Lieber brain.freeze,
in Bezug auf Ihre Nachfrage, lassen Sie mich Ihnen Folgendes sagen:
Gerne veröffentlichen wir Ihren kritischen Kommentar. Es wäre sinnvoll Ihre Kritik auch zu benennen, statt nur zu schreiben, im Artikel sei etwas nicht korrekt.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr sueddeutsche.de-Team
"Ich hätte auch nicht erwartet dass ich damit gegen die Netiquette verstoße."
Ich finde die Löschung viel schlimmer, weil man als user dann eben nie weiss, ob der Kommentar einfach noch nicht freigeschaltet wurde (das dauert nämlich auch unterschiedlich lange...) oder ob er gar nicht mehr kommt, weil gelöscht. Dabei ärgere ich mich immer ganz besonders über die mangelnde Wertschätzung seitens der Moderation, die sich in bei dieser Praxis den usern gegenüber offenbart :-((
"Bitte Achten Sie in Ihrer Berichterstattung auf einen sorgfältigeren Umgang mit Fachbegriffen. Besonders beim Thema Kernenergie leidet der Informationsgehalt einiger Artikel, so wie in diesem auch.
Lassen SIe solche Artikel doch möglichst von Fachleuten korrigieren. Wenden SIe sich zum Beispiel an das Helmholtz-Zentrum München."
@ Balldieb:
Ich hätte auch nicht erwartet dass ich damit gegen die Netiquette verstoße. War eher möglichst kontruktive Kritik...
Paging