Anschlag auf Marathon Freund von Boston-Attentäter bekennt sich schuldig

Er soll nach dem Anschlag auf den Boston-Marathon einen Laptop und einen Rucksack für die mutmaßlichen Attentäter beiseite geschafft haben. Ein Freund der Zarnajew-Brüder versucht mit einem Schuldeingeständnis, einen Prozess zu vermeiden.

  • Mehr als ein Jahr nach dem Anschlag auf den Boston-Marathon hat ein Freund der mutmaßlichen Täter gestanden, die Justiz behindert zu haben.
  • Dias K. drohen bis zu sieben Jahre Haft, weil er Beweismittel angeblich verschwinden ließ.
  • Ein weiterer Freund der Zarnajew-Brüder wurde bereits wegen ähnlicher Vorwürfe verurteilt.

Angeklagter soll Beweismittel beseitigt haben

Ein Freund des mutmaßlichen Attentäters vom Boston-Marathon im April 2013 hat sich am Donnerstag der Behinderung der Justiz schuldig bekannt. Dem 20-jährigen Dias K. wird vorgeworfen, aus dem Studentenzimmer des mutmaßlichen Attentäters Dschochar Zarnajew Beweismaterial beiseite geschafft zu haben. Er soll dafür gesorgt haben, dass ein Rucksack mit Feuerwerkskörpern und Schwarzpulverrückständen sowie ein Laptop verschwanden.

Mit seinem Schuldeingeständnis vermeidet der kasachische Student einen Prozess, der am 8. September beginnen sollte. Die Staatsanwaltschaft erklärte sich bereit, nicht mehr als sieben Jahre Haft für den jungen Kasachen zu fordern. Das Strafmaß soll am 18. November verkündet werden.

Weiterer Helfer bereits verurteilt

Vor einem Monat hatten die Geschworenen eines Bundesgerichts in Boston einen anderen Freund der Zarnajews, den ebenfalls 20 Jahre alten Kasachen Asamat T., schuldig gesprochen, weil er ebenfalls den Rucksack, nicht aber den Laptop beseitigt haben soll. Das Strafmaß soll Mitte Oktober verkündet werden. T. drohen bis zu 25 Jahre Gefängnis.

Die Vorgeschichte: Tote und Verletzte beim Anschlag in Boston

Bei dem Anschlag auf den Bostoner Marathonlauf vom 15. April 2013 explodierten zwei Sprengsätze kurz nacheinander im Zielbereich des Rennens. Drei Menschen starben, rund 260 weitere wurden verletzt. Auf ihrer Flucht erschossen die aus einer tschetschenischen Familie stammenden Zarnajew-Brüder, der damals 19-jährige Dschochar und der 26 Jahre alte Tamerlan, einen Polizisten.

Tamerlan wurde später bei einer Verfolgungsjagd von der Polizei erschossen. Dschochar wurde wenige Tage nach dem Attentat festgenommen. Der Prozess gegen ihn soll am 3. November beginnen. Seine Anwälte fordern allerdings eine Verschiebung. US-Justizminister Eric Holder zufolge wird die Anklage für Zarnajew die Todesstrafe fordern.