Abgestürztes Flugzeug in Taipeh Pilot meldete Triebwerksprobleme

  • In Taiwans Hauptstadt Taipeh ist ein Passagierflugzeug mit mehr als 50 Menschen an Bord in einen Fluss gestürzt.
  • Laut der taiwanesischen Nachrichtenagentur CNA sind bei dem Unglück mindestens 31 Menschen gestorben, etwa ein Dutzend Menschen wird weiterhin vermisst.
  • Die Suche nach Vermissten dauert noch an.

Dutzende Menschen sterben infolge des Absturzes

Ein Flugzeug mit 58 Passagieren und Besatzungsmitgliedern ist in einen Fluss in Taiwans Hauptstadt Taipeh gestürzt. 31 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben, wie die taiwanische Nachrichtenagentur CNA berichtete. Einige von ihnen sollen bereits während des Absturzes gestorben sein - weitere Menschen starben später an ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Von einer sogenannten Dash-Cam (Kamera auf dem Armaturenbrett eines Fahrzeugs) aufgenommen: Der Absturz der zweimotorige Turboprop-Maschine (bitte auf das Bild klicken, um die ganze Sequenz zu sehen).

(Foto: Imago/Xinhua)

Einige Passagiere und Besatzungsmitglieder konnten verletzt aus dem Flugzeugwrack gerettet werden. Doch noch immer werden Passagiere vermisst. Augenzeugenberichten zufolge sollen Menschen während des Aufpralls der Maschine durch die Luft geflogen sein. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten dauern unter Flutlicht an.

Tragfläche streift Fahrbahn auf Brücke

Amateuraufnahmen zeigen, wie das zweimotorige Turboprop-Verkehrsflugzeug auf die Brücke zusteuert. Mit einer Tragfläche schlägt die Maschine auf der Fahrbahn auf und streift ein Taxi, wie auf den Aufnahmen in taiwanischen Fernsehen zu sehen ist. Trümmerteile fliegen durch die Luft. Dann stürzt das Flugzeug in den Fluss.

Rettungskräfte eilten zur Absturzstelle. Von Schlauchbooten aus versuchten sie, Überlebende aus den Trümmern im Wasser zu ziehen.

Die beiden Insassen des von der Tragfläche gestreiften Autos wurden leicht verletzt.

Notruf kurz nach dem Start abgesetzt

Rettungskräfte versuchen, aus der abgestürzten Trans-Asia-Maschine in Taipeh Passagiere zu retten.

(Foto: AFP)

Die Maschine hatte kurz nach dem Start vom Songshan-Flughafen in der Innenstadt der Millionenmetropole eine Hochbrücke gestreift und war anschließend in den Keelung-Fluss gestürzt. Zur Unglücksursache gab es zunächst keine Angaben. Mittlerweile wurde aber die Black Box gefunden, deren Daten Aufschluss über das Geschehen an Bord geben sollen.

An Bord der Maschine sollen sich drei erfahrene Piloten befunden haben. Nach Angaben der Behörden war das Wetter beim Start der Maschine "okay". In mehreren Berichten von Luftfahrtexperten heißt es, dass einer der Piloten bereits kurz nach dem Start die Zentrale über ein Triebwerksproblem informiert und den Notruf "Mayday" abgesetzt hatte.

31 Touristen aus China unter den Passagieren

Flug GE235 der Airline Trans Asia war um 10:52 Uhr auf dem Songshan-Flughafen in Richtung Kinmen gestartet. Wenige Minuten später verlor die Flugbehörde den Kontakt zu der Maschine, drei Minuten nach dem Start wurde der Notruf aus dem Cockpit abgesetzt. Behördenchef Lin Chih-ming sagte, dass unter den Passagieren 31 Touristen aus China gewesen seien. Bei der Maschine handele es sich um ein zweimotoriges Turboprop-Verkehrsflugzeug ATR 72-600.

Zweites Unglück innerhalb eines halben Jahres

Es ist das zweite Flugzeugunglück für die taiwanische Airline Trans Asia innerhalb von etwa einem halben Jahr. Im Juli war eine Maschine der Fluggesellschaft bei Sturm auf der Insel Penghu in ein Wohngebiet gestürzt, 48 Menschen kamen ums Leben. Damals handelte es sich um eine Turboprop-Maschine vom Typ ATR 72-500.