Wolfratshausen Arbeiten im Bett

Das Wasserwirtschaftsamt will in einigen Wochen das linke Loisachufer südlich der Johannisbrücke befestigen lassen. Bei ähnlichen Aktivitäten vor zwei Jahren fielen in der Stadt einige Grundwasser-Heizungen aus.

Von Matthias Köpf

Derzeit lässt das Wasserwirtschaftsamt Büsche und Bäume am linken Loisachufer abholzen. Ähnliche Arbeiten hatten im März 2011 zu Protesten von Naturschützern geführt.

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In einigen Wochen wird die Loisach im Wolfratshauser Stadtgebiet ein ungewohnt kümmerliches Bild abgeben. Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim will dann den Wasserspiegel des Flusses durch dosiertes Öffnen des Kastenmühlwehrs deutlich senken, um südlich der Johannisbrücke das linke Loisachufer neu zu befestigen. Die Arbeiten ähneln denen vor zwei Jahren, als die Behörde Bagger ins Flussbett schickte, um die Steinplatten am rechten Loisachufer zurecht zu rücken. Damals beklagten sich einige Wolfratshauser, dass ihren Grundwasser-Heizungen auf diese Weise gleichsam das Wasser abgegraben worden sei. Dieser Effekt lässt sich laut Abteilungsleiterin Dora Schulze auch dieses Mal zwar kaum vermeiden, allerdings hofft sie, dass die Hausbesitzer ihren Heizungen mittlerweile entsprechend nachgerüstet haben.

Aus Sicht der Wasserbauer wird die Loisach während der Arbeiten nämlich zwar nicht den gewohnten, wohl aber ihren "Normalstand" erreichen, den sie ohne den Rückstau durch das Kastenmühlwehr im Stadtgebiet hätte. Dadurch sinkt allerdings in Flussnähe auch der gewohnte Grundwasserspiegel, so dass die Wärmetauscher entsprechender Heizungen nicht mehr arbeiten können. Nach den Erfahrungen von Februar 2011 dürften die meisten Eigentümer inzwischen elektrisch betriebene Heizschwerter nachgerüstet haben, die bei zu niedrigem Grundwasserspiegel die nötige Wärme erzeugen. Falls diesmal wieder Anlagen ausfallen sollten, so liege die Verantwortung dafür eigentlich nicht beim Wasserwirtschaftsamt, findet Schulze. Denn viele Grundwasser-Heizungen seien schlicht zu flach gegründet, weil die Planer sich zu Unrecht auf den dauerhaften Stau der Loisach verlassen hätten.

Unabhängig von solchen Effekten liegt die Ufersanierung nach Ansicht des Wasserwirtschaftsamts auf jeden Fall im Interesse der Anwohner. Gerade am linken Loisachufer reichten die Häuser am Loisachbogen und am Poign fast bis ans Ufer heran und seien vom Wasser nur durch den Fuß- und Radweg und eben durch die Uferböschung getrennt. Deren Stabilität sei für den Hochwasserschutz elementar, weshalb man als Behörde auch schlicht verpflichtet sei, sie in einen guten Zustand zu bringen. Dass sie das derzeit nicht ist, hat sich laut Schulze bei den Arbeiten am anderen Ufer im Jahr 2001 offenbart.

Die nötigen Mittel, um diese Pflicht zu erfüllen, hat das Wasserwirtschaftsamt bei der Regierung von Oberbayern beantragt. Den Baubeginn könne man jedoch erst nach der endgültigen Freigabe des Geldes festlegen. Läuft alles nach Plan, so werden die Arbeiten und damit auch die Absenkung des Loisachpegels zwei bis drei Wochen dauern. Zwar werde die Behörde heuer mit 400 Metern einen doppelt so langen Uferabschnitt sanieren lassen wie vor zwei Jahren, allerdings werde man dafür auch doppelt so viele Arbeiter und Geräte einsetzen, erläutert die Abteilungsleiterin.

Bis dahin lässt die Behörde am linken Loisachufer im südlichen Stadtgebiet an weiterer Uferabschnitten Büschen und Bäumen ausholzen. Im vergangenen Jahr hatten solche Arbeiten in dem Abschnitt, der nun neu befestigt werden soll, zu Protesten von Naturfreunden geführt. Das Wasserwirtschaftsamt hatte jede Kritik zurückgewiesen. Die Arbeiten seien nötig, damit ein eventuelles Hochwasser ungehindert abfließen kann und sich dabei kein Treibgut verfängt. Die gleiche Begründung gilt laut Dora Schule für die aktuellen Arbeiten, die mit der Stadt, dem Landratsamt und dem Bund Naturschutz abgesprochen seien. Die Fällungen müssten vor Beginn der Vogelbrut-Saison erledigt sein, nötigenfalls werde man für die Vögel zusammen mit dem Landesbund für Vogelschutz neue Nistkästen aufhängen.