Offenes WLAN Städte setzen auf Hotspots

Wolfratshausen, Marienplatz / Start freies WLAN in der Innenstadt und Audioguide zur Flößerei / Foto: = Hartmut Pöstges =

(Foto: Hartmut Pöstges)

Nicht nur in Wolfratshausen, auch in den anderen Städten des Landkreises gibt es offene Wlan-Verbindungen. Genutzt werden sie aber nicht nur von Einheimischen.

Von Pia Ratzesberger, Bad Tölz-Wolfratshausen

Zu sehen sind sie kaum, die acht Antennen, die das Zentrum von Wolfratshausen nun mit dem Internet verbinden. Das Stadtbild hat sich nicht verändert, und doch wird sich der Alltag in der Marktstraße für viele Menschen durch diese Antennen wandeln. Wer über die entsprechenden Geräte verfügt, kann nun kostenlos im Internet surfen, ob der alteingesessene Wolfratshauser, der wissen will, wie das Wetter wird, oder der Tourist, der sich auf der Suche nach dem Stadtmuseum vom Handy lotsen lässt.

Auch abseits der Großstädte nämlich, in denen offenes Wlan längst Standard ist, gibt es immer mehr Plätze, an denen man sich kostenlos ins Internet einloggen kann - Wolfratshausen ist nicht der einzige Ort im Landkreis, in dem das möglich ist. In Bad Tölz etwa hat Vodafone Kabel Deutschland drei Hotspots installiert: Hier kann man am Fritzplatz, an der Nockhergasse/Fröhlichgasse und am Max-Höfler-Platz eine halbe Stunde täglich kostenlos surfen, danach muss man zahlen. Denn im Gegensatz zu Wolfratshausen kommt dieses Angebot nicht von der Stadt gemeinsam mit einer Betreiberfirma, sondern allein von Vodafone Kabel Deutschland.

Es funkt in der Altstadt

Ab kommenden Dienstag soll es in Wolfratshausen kostenloses Wlan geben. Doch der Zugang ist schon freigeschaltet - ein erster Test. Von Pia Ratzesberger mehr ...

Die meisten nutzen das offene WLAN, um sich kurz zu informieren

Das Angebot soll also potenzielle Kunden anlocken - wobei die meisten tatsächlich nicht länger surfen als die kostenlosen 30 Minuten. "Im Schnitt bleibt ein Nutzer 15 bis 18 Minuten im Netz eingeloggt, das decken wir mit der halben Stunde also gut ab", sagt ein Sprecher des Unternehmens. Die meisten nutzten das offene Wlan, um zum Beispiel schnell nachzusehen, wann der nächste Bus fahre oder der Kinofilm beginne. Am beliebtesten sei der Fritzplatz, dort hätten sich in einem Monat um die 3oo Passanten eingeloggt, das sind etwa zehn am Tag. In Geretsried hat die Firma ebenfalls drei solcher Hotspots eingerichtet, die sich am Karl-Lederer-Platz/Martin-Luther-Weg sowie an der Egerlandstraße/Prießnitzweg befinden und an der Egerlandstraße/Geltinger Weg. Am beliebtesten Ort, dem Karl-Leder-Platz, surften in einem Monat 150 Leute, also etwa fünf am Tag. Vielleicht auch deswegen hat man bei Vodafone Kabel Deutschland noch keine einzige Verfehlung registriert.

Seit dem Start im Jahr 2013 wurde im offenen Wlan noch nichts illegal heruntergeladen. "Die Leute nutzen das einfach nur, um schnell an Informationen zu kommen", sagt der Firmensprecher. Aber selbst wenn die Nutzerzahlen nicht allzu hoch sind, haben viele Orte erkannt, dass auch diese Handvoll Nutzer wichtig ist; denn gerade Touristen orientieren sich gerne via Wlan. Bei der Stadt Bad Tölz heißt es, man plane ein eigenes kostenloses Wlan anzubieten, wolle aber derzeit noch keine Details bekanntgeben. Bisher gibt es zum Beispiel in der Tölzer Kurbücherei einen Hotspot - doch dorthin muss man als Nicht-Ortskundiger erst einmal finden.

Ein weiteres Angebot in Wolfratshausen: der Audioguide

Die Stadt Wolfratshausen bringt deshalb mit dem neuen Wlan direkt ein weiteres Angebot für Touristen an den Start: Einen sogenannten Audioguide, der über die Geschichte der internationalen Flößerstadt informiert. Mit Hilfe eines QR-Codes kann sich jeder auf seinem Smartphone kurze Beiträge zum Sebastianisteg oder dem Alten Floßlände vorlesen lassen - allerdings nur auf Deutsch, nicht auf Englisch.

"Alle werden vom Wlan profitieren, die Geschäfte, die Touristen, die Bürger", sagt Oberbürgermeister Klaus Heilinglechner. Die Euphorie trübt nur eines: Die Antenne am Untermarkt funktioniert noch immer nicht. Dort muss erst noch die Straße aufgegraben werden. Wenn das nicht innerhalb von zwei Wochen passiert, will die Betreiberfirma Innerebner auf eigene Kosten ein Modem aufstellen lassen. Damit auch wirklich jeder überall online gehen kann.