Solidaraktion in der Tölzer Marktstraße Tanz gegen Gewalt

An der Aktion "One Billion Rising" (eine Milliarde erhebt sich) nahmen am Mittwoch viele Menschen in Bad Tölz teil. Sie trafen sich auf der Tölzer Marktstraße, um sich mit unterdrückten Frauen solidarisch zu zeigen.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

"One Billion Rising": Frauen demonstrieren für ihre Rechte.

Von Alexandra Vecchiato

"Women are not a possession" - "Frauen sind kein Besitz", heißt es in dem Lied "Break the Chain". Es ist die Hymne der Kampagne "One Billion Rising" gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Und es ist die Musik zu einem Tanz, der die Zuschauer am Mittwoch in der Tölzer Marktstraße nicht still auf einem Fleck stehen ließ. So fröhlich das Treiben beim Winzerer Denkmal war, so ernst ist der Anlass für diese Demonstration. Ein Drittel aller Frauen und Mädchen weltweit werden Opfer von Gewalt, von Vergewaltigung und schwerer Körperverletzung. Aus diesem Anlass treten jährlich am 14. Februar rund um den Globus Menschen für die Rechte und Gleichstellung von Frauen und Mädchen ein.

Der Landkreis und die Stadt Bad Tölz beteiligten sich an diesem Valentinstag zum zweiten Mal an der Aktion. Zum Auftakt hatten sich etwa 60 Interessierte vor der Bühne in der Marktstraße versammelt. Die Gesellschaft als Gesamtheit, also Frauen und Männer, müsste für die Rechte der Frauen eintreten, sagte Mitorganisatorin Karin Weiß, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises. Wichtig sei ihr, dass die Mehrheit der Männer "wunderbare Partner" seien. Allerdings müssten sie ihren Geschlechtsgenossen, die Frauen und Mädchen Gewalt antäten, entgegentreten. Helgard van Hüllen, stellvertretende Bundesvorsitzende des Weißen Rings, nannte Zahlen. Einer Studie aus dem Jahr 2004 zufolge würden 40 Prozent aller über 15-Jährigen in Deutschland Opfer von häuslicher Gewalt und sexueller Übergriffe. 25 Prozent der Frauen würde Gewalt von ihren aktuellen oder früheren Partnern angetan. Wenn man sich diese Zahlen vor Augen führe, dann müsse man mit Schrecken erkennen, dass auch unter den Anwesenden in der Marktstraße Frauen und Mädchen seien, die Opfer sind, sagte van Hüllen. Wichtig sei es, diese aus der Isolation zu holen. Nur so könnten sie Hilfe annehmen. "Hilfe zu holen, ist ein Zeichen von Kompetenz", mahnte van Hüllen.

Trotz all der erschreckenden Statistik, blieb in der Tölzer Marktstraße viel Raum für Fröhlichkeit - und eben für einen mitreißenden Tanz selbstbewusster Mädchen