Umgestaltung des Marienhofs Grüne Mitte hinter dem Rathaus

Es wird grün auf dem Marienhof: Die Stadt will dort Rollrasen verlegen und Bänke aufstellen - bis im Jahr 2015 die Bagger erneut anrücken.

Von Marco Völklein

Die Archäologen haben ihre Arbeit beendet, seit Ende November prägt eine Kiesbrache den Marienhof. Vorübergehend, denn die Deutsche Bahn will Anfang 2015 die Fläche hinter dem Rathaus wieder aufbuddeln - und dann in 40 Meter Tiefe mit dem Bau des neuen Haltepunkts entlang der geplanten zweiten S-Bahn-Stammstrecke beginnen. Am kommenden Dienstag wird sich der Bauausschuss des Stadtrats mit einem Vorschlag des Baureferats befassen, wie der Marienhof bis dahin gestaltet werden soll.

Wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht, will Baureferentin Rosemarie Hingerl die Fläche mit einem begehbaren Rollrasen wieder nutzbar machen - bis dann 2015, so planen es derzeit zumindest die Bahn und der Freistaat, die Bagger anrollen. Die "zentrale Rasenfläche" könne als Liegewiese, aber auch "für temporäre Veranstaltungen oder Kunstprojekte genutzt werden", schreibt Hingerl weiter.

So ist unter anderem geplant, von Mai bis Oktober 2013 den Marienhof in das Kunstprojekt "A Space Called Public" einzubinden. Dabei werden sich zwölf internationale Künstler mit der Frage "Was ist öffentlicher Raum heute?" auf unterschiedliche Weise und an verschiedenen Orten auseinandersetzen. Ob die Bahn ihren Infocontainer zum geplanten zweiten S-Bahn-Tunnel weiterhin auf dem Marienhof stehen lassen möchte, sei noch unklar, so Baureferentin Hingerl.

Eingefasst wird die zentrale Rasenfläche an allen vier Seiten von je etwa acht Meter breiten Wegen; der Verbindungsweg im Süden des Marienhofs zwischen den beiden U-Bahn-Abgängen wird "aus verkehrlichen Gründen" etwas breiter sein, nämlich 13 Meter. Außerdem will das Baureferat 37 fest montierte Bänke aufbauen sowie 70 Stühle zur Verfügung stellen, wie sie bereits in der Fußgängerzone zum Beispiel rund um den Brunnen vor der Alten Akademie in der Neuhauser Straße stehen. Zwölf Abfalleimer sollen dafür sorgen, dass die Leute ihren Müll nicht auf dem Rasen und den Wegen liegen lassen.

Zwölf Wochen und 500.000 Euro

"Um die Grünfläche räumlich zu strukturieren", schreibt Hingerl, will die Stadt 22 Pflanzkübel mit "robusten Großsträuchern" aufstellen. Die noch bestehende Rasenfläche im südlichen Bereich mit drei verbliebenen Platanen werde nicht angetastet. Auch die "Heckenreste" und ein großer Strauch im Osten sollen bleiben. Mehr Grün soll es aber nicht geben: "Um den provisorischen Charakter der Interimsbegrünung" zu betonen, will die Stadt laut Hingerl auf "jegliche Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern" verzichten.

Kosten wird das Ganze etwa 500.000 Euro. Die Ausgaben für die Anlage des Rollrasens und der Wege sowie die Anschaffung der Grünpflanzenkübel in Höhe von etwa 380.000 Euro übernehmen die Deutsche Bahn und der Freistaat. Für die restlichen 120.000 Euro für Sitzbänke, Stühle und Abfalleimer kommt die Stadt auf - das sei vertretbar, findet Hingerl, schließlich könne das Mobiliar "später auch anderweitig im Stadtgebiet verwendet werden".

Beginnen wollen die Grünflächenmanager des Baureferats mit den Arbeiten am Ende der Frostperiode. Zuvor müssen die Aufträge noch ausgeschrieben werden; das soll aber Anfang April abgeschlossen sein. Die Bauzeit beziffert die Baureferentin "inklusive der Anwuchszeit für den Rollrasen" auf zwölf Wochen.

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