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Tipps für Münchner:Geheime Sehenswürdigkeiten

Die Arena in Fröttmaning, die Leopoldstraße oder das Deutsche Museum kennt jeder Tourist. Echte Münchner dagegen führen ihre Gäste zu unbekannteren, aber dennoch beeindruckenden Sehenswürdigkeiten. Zehn Geheimtipps.

Von Lisa Sonnabend

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Tipps für Münchner:Heilig Kreuz in Fröttmaning

Heilig Kreuz - Münchens älteste Kirche mit der Allianz Arena, 2006

Quelle: dpa/dpaweb

Die Arena in Fröttmaning, die Leopoldstraße oder das Deutsche Museum kennt jeder Tourist. Echte Münchner dagegen führen ihre Gäste zu unbekannteren, aber dennoch beeindruckenden Sehenswürdigkeiten. Zehn Geheimtipps, die man in München gesehen haben muss.

Heilig Kreuz in Fröttmaning

Am Wochenende pilgern Tausende Fußballfans zur Arena nach Fröttmaning. Auch unter der Woche kommen viele hierher - nicht zuletzt, weil vor kurzem die FC-Bayern-Erlebniswelt eröffnet hat. Wahre Münchenkenner machen vom Fußballstadion aus allerdings noch einen kleinen Fußmarsch zur Heilig-Kreuz-Kirche, Münchens ältestem Gotteshaus. Zwischen Autobahn, Müllberg und Stadion würde man kaum eine uralte Kirche vermuten. Umrahmt von einem kleinen Friedhof und ein paar alten Bäumen bildet der Bau aus dem 9. Jahrhundert einen beeindruckenden Kontrast zur modernen Architektur der Arena.

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Tipps für Münchner:Geisterbahnhof im Olympiapark

Olympiapark München

Quelle: Lisa Sonnabend

Geisterbahnhof im Olympiapark

Der Olympiapark, wo die Spiele 1972 ausgetragen wurden, ist weltberühmt. Doch es gibt Orte in dem Park, die kennen nur echte Münchner. Am nordwestlichen Rand stößt man auf ein verlassenes Gebäude und verwachsene Gleise. Die Mauern sind mit Graffiti überschmiert, das Schild "Fahrkarten" in altmodischem Design hängt immer noch. Es ist der ehemalige S-Bahnhof Olympiastadion. Zu den Olympischen Spielen wurde der Bahnhof in Betrieb genommen, nach der Fußball-EM 1988 stillgelegt. Seitdem ist der Bahnhof dem Verfall überlassen, Korbblütler und andere Pflanzen haben sich breit gemacht. 2011 hat die Stadt München das Areal erworben, künftig sollen hier Radwege durchführen. Der Geisterbahnhof wird womöglich schon bald verschwunden sein und München eine interessante Sehenswürdigkeit verlieren.

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Tipps für Münchner:Löwenturm am Rindermarkt

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Quelle: Stephan Rumpf

Löwenturm am Rindermarkt

Münchens bekanntester Turm ist der Alte Peter - fast alle Touristen steigen die Treppen bis zur Spitze hinauf. Doch nur wenige Meter entfernt, am Rindermarkt, ragt ein weiterer Turm in die Höhe - und den kennen nur echte Münchner: den mittelalterlichen Löwenturm, eines der ältesten Gebäude der Stadt. Vor einigen Jahren wurde der Turm saniert und steht nun frei. Der Backsteinbau hat weder Türen noch ein Treppenhaus. Früher war der Zugang zu den einzelnen Etagen nur über die benachbarten Gebäude möglich. Heute gar nicht mehr.

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Tipps für Münchner:Jugendstil-Paläste in Schwabing

Palais Bissing Georgenstraße Maxvorstadt

Quelle: Lisa Sonnabend

Jugendstil-Paläste in Schwabing

Die Leopoldstraße ist Münchens bekanntester Boulevard. Echte Münchner zeigen ihren Gästen nicht nur die Prachtstraße, sondern wissen auch, dass es lohnt, ab und an von hier einen Abstecher in eine Schwabinger Seitenstraße zu machen. Denn dort stehen zahlreiche prachtvolle Jugendstilpaläste. Wie beispielsweise das Bissing-Palais in der Georgenstraße 10. Das Gebäude von 1881 wurde 1903 von dem Schweizer Archäologen und Bauforscher Ernst Robert Fiechter für den Ägyptologen Wilhelm von Bissing im Reformstil umgebaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde es teilweise zerstört, 1979 jedoch nach historischem Vorbild renoviert.

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Tipps für Münchner:Drückebergergasse am Odeonsplatz

Viscardigasse Drückebergergasse

Quelle: Lisa Sonnabend

Drückebergergasse am Odeonsplatz

Den Odeonsplatz mit der Feldherrnhalle kennt jeder Münchner. Doch man muss nur ein paar Schritte hinter die Feldherrnhalle gehen und erlebt in der Viscardigasse eine recht unbekannte, aber bewegende Sehenswürdigkeit. Im Dritten Reich wurde die Viscardigasse Drückebergergasse genannt, da Münchner auf dem Weg zum Odeonsplatz die Gasse entlang gehen konnten, um zu umgehen, die SS-Wachen vor der Feldherrnhalle mit "Heil Hitler" grüßen zu müssen. Eine bronzene Spur auf dem Pflasterboden erinnert heute an den zivilen Widerstand.

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Tipps für Münchner:Dichtergarten

Frederic Chopin Denkmal in München, 2010

Quelle: Catherina Hess

Dichtergarten

Zwischen den Sehenswürdigkeiten Haus der Kunst und Hofgarten liegt ein idyllischer Park, den jedoch nur wenige kennen: der Finanzgarten, auch Dichtergarten genannt. Hier wird Dichtern und Literaten gedacht, die mit der Stadt München verbunden sind, aber auch anderen Künstlern. Eine Statue von Frédéric Chopin beispielsweise erinnert an einen Kurzbesuch des Komponisten 1831 in München. Der Finanzgarten ist zwei Hektar groß, hügelig, angenehm schattig und weniger überlaufen als andere Münchner Parks.

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Tipps für Münchner:Völkerkundemuseum auf der Maximilianstraße

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Quelle: Alessandra Schellnegger

Völkerkundemuseum auf der Maximilianstraße

Einmal über die Maximilianstraße bummeln und einen Blick in die schicken Boutiquen werfen - das ist eine der Lieblingsbeschäftigungen für einige Münchner. Doch nur wenige machen dabei einen Abstecher ins Museum für Völkerkunde in der Maximilianstraße 42. Hier kann man Holzstatuen aus dem Kongo, einen Schrein aus Indien, Zeremonienmasken aus Ozeanien bestaunen - oder das älteste Kajak der Welt. Es stammt aus dem 16. Jahrhundert. Wahrscheinlich gelangte das Kajak bei einer Fahrt aus der Subarktik nach Holland. Das Schiff aus Seehundleder wurde dann zu Ausstellungszwecken Herzog Wilhelm V. von Bayern geschenkt.

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Tipps für Münchner:Fürstengruft in der Michaelskirche

Gruft der Kirche St. Michael mit dem Sarkophag  König Ludwigs II., 2005

Quelle: Robert Haas

Fürstengruft in der Michaelskirche

In der Münchner Fußgängerzone befinden sich das Rathaus, zahlreiche Einkaufsläden - und der Ort, an dem der Kini begraben liegt. Um den Sakrophag von König Ludwig II. zu sehen, muss man die Jesuitenkirche St. Michael betreten, nach hinten durchgehen, die Stufen zur Fürstengruft der Wittelsbacher hinabsteigen und ein paar Euro Eintritt zahlen. In einem Mahagonisarg, auf dem eine Krone thront, liegt Ludwig II. - sofern er nicht, wie von den Guglmännern behauptet, gar nicht mehr dort ist.

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Tipps für Münchner:Müllersches Volksbad

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Quelle: Stephan Rumpf

Müllersches Volksbad

Ein Besuch im Deutschen Museum ist Pflicht für alle Münchenbesucher - aber so ein Rundgang ist auch ganz schön anstrengend. Echte Münchner wissen, wie sie sich danach entspannen: bei einem Besuch im Müllerschen Volksbad auf der anderen Straßenseite. Das Hallenbad ist das Jugendstil-Juwel in der Münchner Bäderlandschaft. Nach seiner Eröffnung im Jahre 1901 galt die Schwimmhalle als das modernste Bad Europas. Heute verströmt sie pure Nostalgie.

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Tipps für Münchner:Paläontologisches Museum

Paläntologisches Institut in München, 2012

Quelle: Robert Haas

Paläontologisches Museum

Die beeindruckenden Bauten auf dem Königsplatz hat jeder Münchner schon einmal gesehen, die beeindruckenden Skelette nur ein paar Meter entfernt allerdings noch nicht viele. Im Paläontologischen Museum in der Richard-Wagner-Straße 10 sind ein gigantisches Mammut, ein Säbelzahntiger oder das Skelett eines Riesenhirsches ausgetellt. Außerdem ist dort der früheste bekannteste Vogel der Welt - ein Fossil aus bayerischem Kalkstein - zu sehen, der die Verbindung zwischen Sauriern und Vögeln darstellt und somit als Beweis für Darwins Evolutionstheorie gesehen wird. Ein Ort der Geschichte - ähnlich wie der Königsplatz.

© Süddeutsche.de/afis/bavo

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