Weßlinger Umfahrung Die letzte Demo

Noch einmal protestiert der Bund Naturschutz gegen den Bau der Weßlinger Umfahrung - mit einer Wanderung, die keine Trauerfeier sein soll.

Von Wolfgang Prochaska

Nein, es soll keine Trauerfeier sein. Jedenfalls nicht aus Sicht des Bunds Naturschutz (BN) Weßling und Wörthsee. Also heißt die Veranstaltung am Dienstag ganz offiziell "Winterwanderung - Noch nicht ganz hoffnungslose Gedächtniswanderung zu den Naturschönheiten auf der Trasse der geplanten Weßlinger Umfahrungsstraße". Um 13 Uhr will man sich am Weßlinger Sportplatz treffen und um 14 Uhr soll es eine Demonstration auf jenem Grundstück mitten im Wald geben, das Wörthsee an die Weßlinger Nachbarn nicht verkaufen wollte, aber nach Entscheidung der Gerichte nun doch für den Bau der Umfahrung hergeben muss. Das hat kürzlich Bayerische Verwaltungsgerichtshof in seiner Entscheidung deutlich gemacht.

Um 14 Uhr wollen aber noch einmal die Wörthseer Bürgermeisterin Christel Muggenthal und die Vorsitzenden des Bunds Naturschutz, Gerhild Schenck-Heuck (Weßling) und Kurt Heine (Wörthsee) im Rahmen der kleinen Protestveranstaltung sprechen. Der Bereich, der bald von den Straßenbauern untergepflügt werden wird, heißt Mitterwies. Rudolf Burger vom BN stellt die Besonderheit dieses "noch unzerstörten" Fleckchens Erde vor.

Bekanntlich sollen schon in zehn Tagen die Rodungsarbeiten beginnen, um Platz für die Straßentrasse zu schaffen. Gerodet wird auch im nördlichen Teil in der Nähe des Wörthseer Autobahnschlusses. Der Bau der Straße soll dann im Sommer beginnen, wie der Weßlinger Bürgermeister Michael Muther kürzlich in der Bürgerversammlung informierte. 2016 soll die Umfahrung, die Weßling vom Verkehr entlasten soll, eingeweiht werden. Da die Förderung durch den Freistaat von 80 auf 85 Prozent angehoben wurde, bleibt es bei den 2,5 Millionen Euro, die die Gemeinde zahlen muss. Bekanntlich hat der Kauf von für die Landwirtschaft nicht mehr brauchbaren schmalen Geländestreifen die Kosten erheblich in die Höhe getreiben. Für den BN bleibt aber der Bau ein falsches Signal. Es wird keine frohe Wanderung.