Busverkehr Steigende Fahrgastzahlen

Nicht nur im Landkreis Dachau, von Dezember an auch in Starnberg: die Firma Geldhauser betreibt die Buslinien im Westen.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Firma Geldhauser wird künftig die Buslinien im Westen betreiben und kann mit wachsender Resonanz rechnen

Von Wolfgang Prochaska, Starnberg

Die Firma Geldhauser aus Hofolding südlich von München betreibt künftig die Buslinien im westlichen Landkreis Starnberg. Dies ist das Ergebnis der Ausschreibung des Landratsamts beim sogenannten "Westbündel". Wie Susanne Münster, Verkehrsmanagerin des Landkreises, im Kreisverkehrsausschuss berichtete, lag das Angebot von Geldhauser für die Linien 921 (Herrsching-Inning-Weßling, 924 (Ringlinie Seefeld) und 950 (Herrsching-Starnberg Nord) bei 1,66 Millionen Euro im Jahr. Es sei das wirtschaftlichste Angebot gewesen, so Münster. Der Landkreis muss ein Defizit von 628 000 Euro pro Jahr tragen.

Für das Linienbündel 923 (Inning-Wörthsee-Weßling) und 928 (Kloster Andechs-Hechendorf Bahnhof) wird ebenfalls Geldhauser mit seinen Bussen übernehmen. Auch bei diesen Linien gab das Unternehmen das beste und günstigste Angebot ab. 1,06 Millionen Euro im Jahr werden diese Touren kosten. Auf den Landkreis entfällt ein Defizit laut Münster von 450 000 Euro. In der Ausschreibung enthalten sei auch schon eine spätere Schülerbeförderung zum Gymnasium Herrsching.

Das Fürstenfeldbrucker Busunternehmen Enders Reisen GmbH wird künftig die Linie 820 von Hechendorf über Inning nach Grafrath und Fürstenfeldbruck bestreiten. 738 000 Euro jährlich müssen für diese Tour bezahlt werden, wobei sich die Starnberger die Kosten mit den Brucker teilen. Der geschätzte Anteil beträgt 336 000 Euro. Das Defizit für den Landkreis kommt auf etwa 155 000 Euro pro Jahr. Start der Linien ist bei Fahrplanwechsel im Dezember dieses Jahres.

Dass das Busnetz immer beliebter wird und die Linien immer häufiger benutzt werden, zeigt der Fahrgasttrend an. Der sei steigend, sagte Münster und konnte eine erfreuliche Nachricht mitteilen: Wegen des steigenden Fahrgastaufkommens seit 2015 wurde dem Landkreis 800 000 Euro vom Münchner Verkehrsverbund zurückerstattet. "Wir haben Mehreinnahmen und einen Fahrgastzuwachs zu verzeichnen", sagte die Verkehrsmanagerin. Man sei daher auf einem guten Weg. Detaillierte Zahlen will sie demnächst mitteilen. Dann wird man auch wissen, wie erfolgreich der Expressbus zwischen Starnberg und Bruck ist und wie sich die Linien entwickelt haben, die in die kleinen Dörfer wie Aschering führen. Die Feststellung des Vizebürgermeisters von Weßling, Michael Sturm, dürfte nicht mehr stimmen: "Der einsamste Mensch des Landkreises ist der Busfahrer."