Starnberg Eine Falle für die entlaufenen Kälber

Am Donnerstag werden Tiere nahe der S-Bahngleise gesehen

Große Aufregung am Donnerstagabend: Autofahrer hatten laut Polizei auf einer Wiese bei Königswiesen in der Nähe der Bahngleise sieben bis zehn der entlaufenen Jungrinder gesehen. Die Bahn wies ihre Zugführer an, auf der Strecke zwischen Gauting und Starnberg langsam und auf Sicht zu fahren. Eine halbe Stunde später gab die Bahn die Strecke wieder frei, da die Tiere am Gleis verschwunden seien. Bereits am Mittag hatten sich Sachverständige im Starnberger Landratsamt getroffen, um das weitere Vorgehen in dem Fall abzustimmen. Zu ihnen zählten laut Amtssprecher Stefan Diebl der betroffene Landwirt aus Hausen, aus dessen Stall ein Unbekannter die Tiere vor einer Woche nachts freigelassen hatte, Beamte der Polizeidienststellen Gauting und Starnberg sowie Vertreter des Veterinäramts, der Waffenbehörde, des Jagdverbands und der Tiermediziner Henning Wiesner. Wiesner, der im Landkreis lebt, war von 1980 bis 2009 Direktor des Münchener Tierparks Hellabrunn und konnte 2011 bei Mühldorf die wohl prominenteste entlaufene Kuh, "Yvonne", nach fast vier Monaten einfangen und mit einem Blasrohr betäuben. Der SZ hatte er am Dienstag geschildert, wie er die Sache angehen würde.

Die Kreisbehörde hatte ihn daraufhin konsultiert. Die Fachleute gehen davon aus, dass die 14 noch immer abgängigen Rinder derzeit in zwei Gruppen im Raum Gauting unterwegs sind, acht von ihnen waren am Mittwoch zuletzt zwischen Hausen und Königswiesen gesehen worden. Laut Diebl soll jetzt eine Art Gehege aufgebaut werden, das an einer Seite offen ist. Darin soll, gemäß Wiesners Rat, eine Mutterkuh mit Kälbchen postiert werden. Dann will man Mutter und Kalb trennen, so dass beide beginnen, einander zu rufen. Das Muhen soll die Jungrinder anlocken, sodass sie mit einem Blasrohr betäubt werden können. Das dürfte dann wohl Wiesners Aufgabe sein. Das Ganze soll möglichst schnell passieren.