Einsatz geht weiter Polizeitaucher suchen nach vermisstem Angler im Pilsensee

Das leere Boot des Mannes war am Dienstag ans Ufer getrieben worden. Die Suche mit 40 Rettern und zwei Hubschraubern musste am Abend wegen des Gewitters abgebrochen werden.

Auf dem Pilsensee wird ein 67-jähriger Angler aus Seefeld vermisst. Eine Urlauberin hatte am Dienstagnachmittag ein leeres Boot entdeckt, das am südöstlichen Ende des Sees mit laufendem Motor ans Ufer in der Nähe eines ehemaligen Cafés getrieben worden war. Die Frau rief per Notruf nach Hilfe. Zuvor hatte sie beobachtet, wie ein Fischer mit diesem Boot auf und ab gefahren war. Darin wurden einige Gegenstände gefunden, die darauf hinweisen, dass es sich bei dem Vermissten laut Polizei um einen 67-jährigen Mann aus Seefeld handeln könnte.

Wasserwacht und Feuerwehr hatten am Dienstag sofort nach der Mitteilung der Urlauberin eine groß angelegte Suchaktion eingeleitet. Nach Angaben von Einsatzleiter Ludwig Zitzelsberger waren daran etwa 40 Einsatzkräfte, die Schnelleinsatzgruppen aus Seefeld und Grafrath sowie drei Rettungsboote und zwei Hubschrauber mit Wärmebildkameras beteiligt. Wegen des herannahenden Gewitters musste die Suche aber ergebnislos abgebrochen werden. "Da blieb uns keine andere Wahl, wenn wir uns nicht selbst in Gefahr bringen wollten", erklärte Zitzelsberger.

Nun ist mit dem Schlimmsten zu rechnen. Nach so langer Zeit sei nicht mehr von einer erfolgreichen Rettung auszugehen, heißt es in einer Mitteilung der Wasserwacht-Ortsgruppe Pilsensee.

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Denn auch die weitere Suche am Mittwoch nach dem Mann war vergeblich und wurde am späten Nachmittag abgebrochen. Stundenlang hatten Polizisten auf einem Schlauchboot mit einem Sonargerät den Grund des bis zu 18 Meter tiefen Sees abgesucht. Es seien jetzt Spürhunde angefordert worden, die Leichen im Wasser wittern könnten, teilte der Herrschinger Polizeichef Erich Schilling mit. Sobald es Hinweise auf die vermisste Person gebe, würden Polizeitaucher eingesetzt. Die Suche nach dem Seefelder soll am Donnerstagmorgen gegen 9 Uhr fortgesetzt werden. Nach ersten Erkenntnissen befand sich das etwa 4,50 Meter lange Fischerboot technisch in einwandfreiem Zustand. Der Angler ist ein langjähriges Mitglied im Fischereiverein Pilsensee-Wörthsee. Dem Vernehmen nach soll der 67-Jährige gesundheitlich angeschlagen gewesen sein. Der Seefelder war Jahrzehnte auch Mitglied im Vorstand des Fischereivereins und ist jetzt in dessen Ehrenrat tätig. Der Vereinsvorsitzende Walter Reggel ist geschockt und traurig. Er geht von einem Unglück aus, will sich aber an "keinen Spekulationen beteiligen", wie er auf Anfrage der SZ betonte. Regger kann sich nicht daran erinnern, dass jemals ein Angler seines Vereins im Pilsensee ertrunken ist. Nur folgenlose Kenterungen seien ihm bekannt.