Sendling-Westpark Ein erster Schritt

Qualvoll: Eine Verkehrslawine wälzt sich jeden Tag über die Lindauer Autobahn und belastet die Anwohner.

(Foto: Catherina Hess)

Die Stadt will nun doch mit Hilfe einer Machbarkeitsstudie klären, wie sich die Lebensqualität der Menschen entlang der Lindauer Autobahn endlich grundlegend verbessern lässt

Von Berthold Neff, Sendling-Westpark

Was lange währt, könnte endlich gut werden: Die Stadt will nun doch mit einer Machbarkeitsstudie klären, wie die Lebensqualität der Menschen verbessert werden kann, die an der Lindauer Autobahn (A 96) wohnen. Bis allerdings klar ist, wie man den Lärm am besten aussperrt, wie man die Luftqualität verbessert und der Autobahn-Schneise ihren trennenden Charakter nimmt, wird es noch fast fünf Jahre dauern. Erst 2019, so der Vorschlag der Stadtverwaltung, sollen auch die konkreten Vorschläge im Stadtrat erörtert werden, wie man den Tausenden von Menschen, die unter der Autobahn leiden, eine spürbare Entlastung verschaffen könnte.

Viel zu lang, kritisieren nun die Stadtteilpolitiker. "Ein Zeitrahmen bis 2019 ist nicht akzeptabel", heißt es in einer von der CSU formulierten Stellungnahme an die Stadtverwaltung, die der Bezirksausschuss (BA) Sendling-Westpark in seiner Sitzung am Dienstagabend diskutierte. Der Ablauf der Studie sollte "zeitlich wesentlich gestrafft werden", argumentierte CSU-Fraktionssprecher Alfred Nagel und fand mit dieser Position Zustimmung bei allen anderen Fraktionen.

Die Lindauer Autobahn durchschneidet auf ihrem Weg vom Mittleren Ring bis zur Stadtgrenze gleich drei Viertel und überzieht sie mit Lärm und schlechter Luft: Sendling-Westpark, Laim und Hadern. Seit Jahren schon fordern die Bürger und die Stadtteilpolitiker deshalb Abhilfe. Am besten wäre es, wenn die Auto-Piste zur Gänze unter einem Deckel verschwände. Eine solche Einhausung, so rechnete es die Bürgerinitiative BAB 96 immer wieder vor, würde an der Oberfläche Areale entstehen lassen, durch deren Verkauf man einen Teil der Investitionskosten sichern könnte.

Mit Verweis darauf, dass für den Lärmschutz an der Autobahn der Bund - vertreten durch die Autobahndirektion - zuständig sei, wies die Stadt jede Verantwortung lange zurück. Als jedoch quer durch die Parteien immer neue Anträge zur Verbesserung der Situation an dieser Verkehrsschneise gestellt wurden, ließ sich die Stadtverwaltung erweichen.

Vor knapp zwei Jahren machte das Planungsreferat dann Dampf und begann damit, die Eckpunkte für ein Rundum-Konzept an der A 96 zu skizzieren. Immer wieder kam es zu Verzögerungen, in Hadern und in Sendling-Westpark fragte man ungeduldig nach, wann denn zumindest der Rahmen für die Machbarkeitsstudie fertig sein würde.

Nun gibt es immerhin den "Entwurf des Leistungsbildes" für die geplante Machbarkeitsstudie, den das Ingenieurbüro Suess, Staller, Schmitt aus Gräfelfing im Auftrag der Stadt erarbeitet hat. Vorgeschlagen wird ein dreistufiges Vorgehen. Wer den städtischen Auftrag für die Machbarkeitsstudie bekommt, muss zunächst alle für die Untersuchung relevanten Informationen sammeln und aufbereiten.

Erste Vorschläge für Lösungen sollen in der zweiten Stufe folgen. Vorgesehen ist, maximal fünf Lösungsvorschläge zu beschreiben und darzustellen, wie sich damit die Situation der Anwohner verbessern ließe. Lediglich zwei Vorschläge werden es dann in die dritte Stufe schaffen, in der detailliert - bis zur Vorplanung - dargestellt wird, wie man sie verwirklichen könnte, technisch und finanziell. Auch rechtliche Fragen müssen in der Studie geklärt werden - etwa jene, ob die Flächen, die durch einen auf die Autobahn gestülpten Deckel an der Oberfläche entstehen, ebenso wie die Trasse der Autobahn im Eigentum des Bundes verbleiben würden. Die Experten müssen selbstverständlich auch perspektivisch denken: Wie groß wird zum Beispiel das Verkehrsaufkommen auf dieser Strecke in 15 Jahren sein?

Der Stadtrat soll die Eckpunkte für die Machbarkeitsstudie noch vor der Sommerpause verabschieden, damit das Projekt ausgeschrieben werden kann.