Sendling Mit Krach und Donner

Lebe wohl, Lehranstalt: Eltern und Kinder zelebrieren den Auszug aus dem Stammhaus an der Reutbergerstraße.

(Foto: Catherina Hess)

Montessorischule feiert Abschied von Sendling

Von Katharina Kaak, Sendling

Ein Hauch Nostalgie wehte durch die Reutbergerstraße 10. Mit ihrem "Donner- und Krachfest" verabschiedeten sich die Montessorischule und die "Aktion Sonnenschein", Träger der Einrichtung, von der alten Wirkungsstätte in Sendling. "Vor fast 50 Jahren begann alles mit einer revolutionären Idee, die nicht in die Zeit passte", erinnerte Johannes Högl, Geschäftsführer der Stiftung Aktion Sonnenschein, an die Anfänge.

Zu Beginn der Siebzigerjahre gründete der Arzt Theodor Hellbrügge die Institution an der Reutbergerstraße. Seine Vision war es, Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderungsbedarf gemeinsam unterrichten. Die Sendlinger Schule war die erste in Bayern, die nach der Pädagogik von Maria Montessori unterrichtete. Auch Schulleiterin Christl von Treuberg, zuständig für die Klassen eins bis vier, zog Bilanz. "Ich möchte keine Rede halten, sondern das tun, was hier Tradition ist: Eine Geschichte erzählen." Gemeinsam mit den Schülern rollte sie ein weißes Band auf dem Boden aus, auf dem die Historie der Schule aufgemalt war. Den zahlreichen Kindern, Eltern und Ehemaligen bot sich auf dem Abschiedsfest ein buntes Programm. Bei Theaterspielen, Siebdruck und Luftballonsteigen kam keine Langeweile auf. Zur Verköstigung boten die Veranstalter verschiedene Kuchen, Salate und anderen Köstlichkeiten auf. Blickfang war das als "Denkarium" umgestaltete ehemalige Lehrerzimmer. Farbenfrohe Plakate mit lachenden Kindergesichtern und Informationen rund um die Schule zierten dort die Wände. Auf einer großen Tafel in der Mitte des Raumes hatten die Gäste die Möglichkeit, sich mit einem Spruch zu verewigen. Das nutzte zum Beispiel die kleine Emma; sie hatte mit winziger Handschrift folgenden Gruß hinterlassen: "Super Schule!"

Nicht nur bei den Kindern war ein gewisser Abschiedsschmerz spürbar. Zu sehr an der Vergangenheit hängen wolle man aber nicht, sondern sich nun auf die Zukunft konzentrieren. "Behalten sie diesen Teil der Schule im Herzen, aber lassen sie sich auch auf das Neue ein", appellierte Johannes Högl an alle mit Blick auf den Umzug im September. Dann siedelt wohl der Großteil der Montessori-Familie nach Hadern um.