Schwimmbäder Was die neue Freibadsaison für den Geldbeutel bedeutet

Das Schyrenbad in Untergiesing - das älteste Freibad Münchens - wird gereinigt für den Saisonstart in drei Wochen.

(Foto: Stephan Rumpf)
  • Spätestens am 1. Mai sollen die Freibäder in München wieder öffnen.
  • In allen Freibädern wird der reguläre Eintrittspreis um 30 Cent auf 4,60 Euro angehoben. In den Hallenbädern entfällt künftig die Zeitbegrenzung.
  • Für Familien und sozial Benachteiligte wird der Eintritt in die Bäder teilweise günstiger.
Von Inga Rahmsdorf

Das alte Wasser ist noch nicht ganz abgelassen und an den Wänden des Schwimmbeckens klebt grün-bräunlicher Dreck. Drei Wochen sind es noch bis zum Beginn der Freibadsaison in München. Den Auftakt macht am Feiertag, 1. Mai, das Schyrenbad. Bis zum 19. Mai öffnen dann nach und nach auch die anderen sieben Sommerbäder. Bis dahin füllen die Stadtwerke München (SWM) nicht nur die Becken mit frischem Wasser, sondern suchen auch noch dringend nach Mitarbeitern. Etwa 20 bis 25 Rettungsschwimmer könnten sie einstellen, sagt Bäderchefin Christine Kugler.

Die Öffnungszeiten sind die gleichen wie im vergangenen Jahr. Alle acht Bäder schließen abends um 20 Uhr, wenn es kühler als 25 Grad oder regnerisch ist, um 19 Uhr. Das legen die SWM je nach Wetterbericht zwei Tage im Voraus einheitlich für alle Bäder fest. Bis auf das Dantebad und zwei Frühschwimmertage im Prinzregentenbad öffnen die Freibäder montags bis donnerstags um 10 Uhr, freitags bis sonntags um 9 Uhr. Auch die Hallenbäder sind den Sommer über geöffnet. Verändern wird sich allerdings das Preissystem für die Frei- und Hallenbäder. Insgesamt soll es künftig übersichtlicher, einheitlicher und sozial verträglicher werden.

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Üblich ist, dass jedes Jahr zur Freibadsaison die Eintrittspreise leicht angehoben werden. Die SWM-Bäder machen ein Jahresdefizit von etwa 30 Millionen Euro, da bleibe es nicht aus, dass man immer wieder die Eintrittspreise an die gestiegenen Kosten anpassen müsse, so Kugler. So liegt der reguläre Preis nun in allen Freibädern bei 4,60 Euro statt bisher 4,30.

Darüber hinaus haben die Stadtwerke das gesamte Preissystem reformiert. Die größte Veränderung ist wohl, dass die Zeitbegrenzung in den Hallenbädern entfällt. Wer einmal Eintritt zahlt, kann so lange bleiben, wie er möchte. Teure Tageskarten und Nachzahltarife fallen weg. Künftig gibt es nur noch zwei Preiskategorien für Einzelkarten in Hallenbädern: In Bädern mit einfacher Ausstattung zahlt man regulär 4,80 Euro (statt bisher 4,50), in denen mit besonderen Attraktionen 5,30 Euro.

Dadurch wird beispielsweise der Besuch im Michaelibad, der bisher deutlich teurer war als andere Hallenbäder, günstiger. Die beiden Ausnahmen bleiben weiterhin das Westbad, bei dem im Eintrittspreis noch der Saunabesuch enthalten ist (13,60 statt bisher 13,40 Euro) und das Dante-Winter-Freibad (8,60 statt bisher 8,40). Darüber hinaus gibt es wie bisher die ermäßigten Preise für bestimmte Gruppen.

Rettungsschwimmer müssen fit und sportlich sein

Außerdem werden Familien besser gestellt. So kostet eine Familienkarte im Nordbad und Michaelibad künftig einheitlich 16 Euro (bisher 17,70 beziehungsweise 19,40 Euro), sie gilt für bis zu zwei Erwachsene und sechs Kinder, und es müssen nicht Eltern mit eigenen Kindern sein. Zudem erhalten Jugendliche, Kinder, Schwerbehinderte und sozial Benachteiligte künftig in Hallenbädern eigene, noch günstigere Früh- und Späterschwimmerrabatte.

Finanziellen Nachteil haben allerdings die Nutzer der M-Bäderkarte. Bisher konnte man mit der Karte bis zu 20 Prozent Ermäßigung erhalten, je nachdem wie viel Guthaben man aufgeladen hat. Vom 1. Mai an wird unabhängig vom Guthaben immer nur zehn Prozent Nachlass gewährt.

Bis zur Eröffnung der Sommerbäder sind noch einige Arbeiten zu erledigen: Die SWM-Mitarbeiter säubern derzeit die Areale, räumen Laub weg, erneuern Fliesen, überprüfen Rohre und reinigen Umkleiden und Sanitäranlagen. Im Schyrenbad dauert es dann vier bis fünf Tage, bis die 2,7 Millionen Liter Wasser in die drei Becken eingelaufen sind, und weitere fünf bis sieben Tage, bis das Wasser auf 24 Grad erwärmt ist. Die Bäderchefin ist zuversichtlich, dass sich weitere Bewerber melden werden, um die Bäder mit ausreichend Personal besetzen zu können. "Es ist ein sehr schöner Job", sagt Stephan Krüger, Leiter des Schyrenbads, allerdings müssten Rettungsschwimmer fit und sportlich sein.

Falls es schon früher, am Samstag, 28. April, sommerlich heiß sein sollte, wollen die Stadtwerke den Beginn der Freibadsaison vorziehen.

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