Schwanthalerhöhe Absurdes Theater

Kunstvoll: Schüler an der Bergmannstrasse mit Pinsel und Farbe.

(Foto: Stephan Rumpf)

Seit Monaten blockieren Denkmalschutz, Feuerwehr und Baureferat eine Ausstellung von Schülerbildern

Von Sonja Niesmann, Schwanthalerhöhe

Die 125-Jahr-Feier der Grundschule an der Bergmannstraße liegt sieben Monate zurück. Aber die 18 bunten, großformatigen Bilder, die Schüler zu diesem Jubiläum unter Anleitung einer Künstlerin gemalt haben, hängen, mit Ausnahme von sieben Werken, immer noch nicht - weil es keine feuerfesten Garderobenschränke gibt. Den logischen Zusammenhang zwischen diesen Schränken und den Gemälden können weder der Rektor noch der Bezirksausschuss (BA) Schwanthalerhöhe entschlüsseln. Ein Schreiben der Stadtschulrätin fügt dem wie absurdes Theater anmutenden Vorgang jetzt einen weiteren Akt hinzu.

Ursprünglich wollte Rektor Friedrich Fichtner die Bilderplatten an der verwitterten Außenmauer der Schule, zur Straße hin, anbringen. Doch der Denkmalschutz legte sein Veto ein, dies beschädige die Mauer. Also wählte die Schule einen anderen Platz: in den hohen, weißen Fluren des Schulhauses. Da aber witterte die Branddirektion erhöhte Feuergefahr - obwohl Fichtner die Bilder inzwischen feuerfest hat rahmen und verglasen lassen, für 1300 Euro das Stück. Nachdem sich Baureferat und Branddirektion kurzgeschlossen hatten, lautete die Ansage: Selbst mit diesen normgerechten Bilderrahmen dürfen die Bilder nicht aufgehängt werden, solange Jacken und Mäntel offen herumhängen. Und selbst wenn das Garderobenproblem gelöst sei, dürfe nur ein Bild pro Flur aufgehängt werden, also maximal sieben Bilder.

Auf feuerfeste Garderobenschränke wiederum wartet die Bergmannschule, und nicht nur sie, bereits seit einigen Jahren, obwohl er, sagt Fichtner, "bei jeder Begehung auf die unhaltbaren Zustände in den Fluren hingewiesen" wird. In der aktuellen Stellungnahme des Bildungsreferates heißt es dazu, die Bedarfsprüfung für die Schränkchen aus Stahl, die die Sicherheit an Grund- und Förderschulen verbessern sollen, sei nun "weitgehend abgeschlossen". Der Finanzierungsbeschluss für diese mit erheblichen Ausgaben verbundene Aktion soll dem Stadtrat "bis Herbst 2017" vorgelegt werden; eventuell könne die Beschaffung der Schränke für die Bergmannschule vorgezogen werden. Die genaue Platzierung der Schränkchen dann müsse übrigens auch mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt werden, da das 1891 erbaute Schulhaus unter Schutz steht.

Was aber die Bilder angeht, verweist die Stadtschulrätin auf die ablehnende Haltung der Branddirektion. Das Baureferat habe deshalb nun bei der Unteren Denkmalschutzbehörde eine Befreiung beantragt, so dass die Bilder an der Südseite der Turnhalle angebracht werden könnten, an der Außenmauer also - ganz so, wie es Rektor Fichtner ganz zu Anfang vorgeschlagen hatte. Sollte die Genehmigung aus denkmalpflegerischen Gründen verweigert werden, bliebe als "angemessene" Alternative immer noch, die Bilder in den Klassenräumen aufzuhängen.

"Wir verstehen es einfach nicht", war die einhellige Reaktion auf dieses Schreiben in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses, "aber wir werden bestimmt nicht lockerlassen."