S-Bahn München Lokführer löst 43 Kurzschlüsse aus - und macht sich aus dem Staub

Mit verschiedenen Gutscheinen entschuldigte sich die Bahn Anfang März bei den Kunden.

(Foto: dpa)

Es war eine der größten Pannen der vergangenen Jahre. Am 26. Februar mussten viele S-Bahn-Kunden vor allem eins: frieren. Nun steht fest, warum.

Der 26. Februar 2018 war für viele Münchner vor allem eins: ein Tag, an dem sie viel frieren mussten, sei es an Bahnsteigen, weil kein Zug kam, oder in zwei S-Bahnen, die im Berufsverkehr auf der Strecke liegen geblieben waren. An diesem Tag kam es zu zahlreichen Ausfällen, der Verkehr im S-Bahn-Netz lag weitgehend lahm.

Grund war ein grober Fehler eines Lokführers einer sogenannten Hybridlok, die sowohl mit Diesel- als auch mit Elektroantrieb fahren kann. Zwischen Langwied und Pasing hatte er an einer falschen Stelle den Stromabnehmer hochgefahren und somit einen Kurzschluss an der Oberleitung ausgelöst.

Das führte dazu, dass die Oberleitung riss. Die Fahrgäste mussten zweieinhalb Stunden im Zug verharren. Sie konnten nicht aussteigen, bevor die Rettungskräfte die kaputte Oberleitung erdeten und somit mögliche Stromschläge verhinderten. Nach seinem Fehler fuhr der Lokführer allerdings weiter - und löste insgesamt 43 Kurzschlüsse aus.

Als er merkte, was er angerichtet hatte, fuhr der Mann den Stromabnehmer wieder herunter und fuhr mit Dieselbetrieb weiter. Dann stellte er die Lok ab und machte sich - wie es Bayerns Bahnchef Klaus-Dieter Josel am Mittwoch erzählte - einfach aus dem Staub. Welche Konsequenzen das für den Lokführer hat, ist noch offen. Der Vorfall werde noch untersucht, sagte Josel.

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