Von Dominik Hutter

Nach der Zustimmung des bayerischen Kabinetts votiert auch der Stadtrat für die umstrittene S-Bahn-Röhre. Nur die FDP schert aus.

So schließt sich der Kreis: Nach einer strapaziösen Tour über immer neue Trassenvarianten ist der Münchner Stadtrat wieder dort angelangt, wo er vor vielen Monaten schon einmal war - beim zweiten S-Bahn-Tunnel nämlich.

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SPD, Grüne und CSU sind für die umstrittene S-Bahn-Röhre. Nur die FDP stimmt im Stadtrat dagegen. (© Foto: Catherina Hess)

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"Herzlich willkommen", lautete daher in der Plenumssitzung am Mittwoch der launige Gruß von SPD-Fraktionschef Alexander Reissl an die Kollegen. Waren die Sozialdemokraten doch die einzige Partei gewesen, die dem inzwischen arg gerupften Projekt als einzige treu die Stange gehalten hatte.

Zu treu, wie CSU-Gegenpart Josef Schmid befand - offenkundig gehe die SPD völlig unkritisch mit dem Thema um. Ein Ja gab es trotzdem von der konservativen wie von der grünen Bank, und so erhielt die vom bayerischen Kabinett bereits beschlossene Röhre eine beeindruckende Mehrheit auch im Münchner Rathaus. Reissl will Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) nun "alle Daumen der SPD-Fraktion drücken", dass die Finanzierungsverhandlungen in Berlin erfolgreich verlaufen.

Das war einerseits ehrlich und andererseits als Bosheit gemeint - an die Adresse der Stadtrats-Liberalen. Denn die stimmten gegen den Tunnel und damit gegen ein Projekt des FDP-geführten Verkehrsministeriums. Fraktionschef Michael Mattar äußerte gar völliges Unverständnis für die Haltung der schwarz-gelben Staatsregierung.

"Wo leben die Kollegen denn?", fragte er sich angesichts des hohen Finanzbedarfs, den man aus leeren Kassen bestreiten müsse. Mattar will stattdessen die Variantendebatte weiterführen: mit einem neuen Gutachten, in dem ein Teilausbau des Südrings genauer untersucht wird.

Diesen Weg, mit dem eine der letzten Lücken im durchaus schon beachtlichen Gutachten-Sortiment geschlossen würde, wollte die große Mehrheit nicht mitgehen. Selbst in der eigenen Partei gab es einen Abweichler: Otto Bertermann, der die FDP auch im Landtag vertritt, votierte für den Tunnel und damit für den eigenen Minister.

Mattar sieht sich dennoch nicht allein auf weiter Flur, sondern in guter Gesellschaft mit diversen Umwelt- und Verkehrsinitiativen, die allesamt vor dem Tunnel warnten.

Dies freilich will Oberbürgermeister Christian Ude nicht überbewertet wissen: "Es gibt Fahrgastorganisationen, die tatsächlich eine gewisse Ähnlichkeit mit der FDP aufweisen", höhnte er. Die nämlich, die "ihre Mitgliederversammlungen in einer Telefonzelle abhalten können".

Die SPD berief sich im Gegenzug auf Tunnel-Unterstützer wie die Handelskammern, den Einzelhandelsverband, MVV, MVG, DGB und nicht zuletzt die bayerische Staatsregierung.

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