Lange haben die Fans darauf warten müssen: Das schwedische Pop-Duo "Roxette" ist wieder auf großer Deutschland-Tournee. Zum Auftakt in München zelebriert es alle ihre großen Hits - und lässt sich nicht einmal von einem Sound stören, der verstörend an alte Olympiahallen-Zeiten erinnert.
Einige Fragen blieben offen nach dem Roxette-Konzert. Zum Beispiel, warum die Olympiahalle beim lange erwarteten Comeback des schwedischen Erfolgsduos halb leer blieb - obwohl doch der Gastauftritt bei der "Night of the Proms" vor zwei Jahren und das zufriedenstellend verkaufte neue Album mehr Zuschauer erwarten ließ. Länderspiel, warmes Wetter? Vermutlich ist derzeit einfach schon wieder zu viel los in München.
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Deutschlandauftakt der Roxette-Tournee: Sängerin Marie Fredriksson in München. (© dpa)
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Irritierend überdies, dass der Sound wieder an alte Olympiahallen-Zeiten vor den computergesteuerten Bananenboxen erinnerte: verwaschen, dumpf und viel zu hallig, obwohl doch obendrein der hintere Teil abgehängt war, was dem Klang normalerweise sehr zugutekommt. Rätseln konnte man auch, ob das Roxette-Management die Vorband bewusst nach dem Motto ausgesucht hatte: "Nehmen wir eine, die uns ganz sicher nicht gefährlich werden kann." Denn Mobilee ist ein überflüssiger, misslungener Plagiatsversuch, der sich an den Erfolg einer Düsseldorfer Abiturientin klemmen will, ohne irgendeines von deren Talenten mitzubringen.
Nichts erinnert an die Vergangenheit
Als Roxette dann loslegte, stellte sich die Frage, wie verbissen Marie Fredriksson mit der Vergangenheit abgeschlossen hat. Nichts erinnerte daran, dass der 2002 bei ihr diagnostizierte, fast tödliche Gehirntumor und das folgende behutsame Wiederherantasten an das Musikgeschäft die Band fast ein Jahrzehnt gekostet hat.
Noch bei der "Night of the Proms" hatte sie so zerbrechlich wie aus Glas gewirkt. Kein Wort war ihr das jetzt wert, und auch kein einziges Bild erinnerte an die Vergangenheit: keine Leinwand, kein Monitor, keine Videos, nicht einmal eine Fotoprojektion - das dürfte es bei einer großen Band in der Olympiahalle lange nicht gegeben haben.
Roxette pur lautete also das Programm - und das wiederum beantwortete einige Fragen. Zum Beispiel, wie wichtig das Songwriting im Pop wirklich ist. Sowohl Marie Fredriksson wie auch Per Gessle hatten und haben in Skandinavien und darüber hinaus eindrucksvolle Solo-Karrieren, Gessles mehrfach wiedervereinigte Band Gyllene Tider ist in Schweden fast eine Legende. Doch um weltweit die Hallen zu füllen und 75 Millionen Platten zu verkaufen, dazu braucht es genau solche Songs, wie sie Gessle für Roxette schreibt.
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das muss aber nicht für Schweden gelten, wo Pop anders bewertet wird als hier und durchaus einige skurrile Auswüchse enthält, die regional ein gutes Geschäft machen. Die kennt nur ausserhalb Schwedens kein Mensch. Der Markt dort ist aber eh recht nach innen gekehrt. Ist's die Lage?
... es ist zwar richtig, daß Roxette die ersten Hits in den späten Achtzigern hatten, aber richtig prägend waren sie erst in den Neuzigern. Der Titel müßte also "Einmal Neuziger und zurück" heißen.
Die Oly-Halle war halb leer? Waren wir im gleichen Konzert? Die Arena war halb leer, das stimmt, aber das liegt wohl daran, daß die meisten Fans inzwischen Ende dreißig bis Mitte fünfzig sind und lieber sitzen! :-)
Vor siebzehn Jahren stand ich auch noch da unten... ;-)
Die Akustik war (wie fast immer) in der Oly-Halle sch... dem kann ich beipflichten.
Mag wohl sein, dass dies eines der vielen überflüssigen Comebacks von etlichen ist?