Winterspiele 2022 DOSB befürwortet Münchner Olympia-Bewerbung

Der Deutsche Olympische Sportbund hat sich mit großer Mehrheit für eine Olympia-Bewerbung Münchens um die Winterspiele 2022 ausgesprochen. Die Mitgliedsverbände stimmten ohne Gegenstimme und mit nur einer Enthaltung für eine erneute Kandidatur. Die hängt aber noch vom Willen der Bürger ab.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat sich bei seinem Treffen an diesem Montag in München für eine erneute Olympiabewerbung der Landeshauptstadt ausgesprochen. Auf der Gremientagung plädierten die Mitgliedsverbände ohne Gegenstimme und mit nur einer Enthaltung für eine erneute Kandidatur. Vor zwei Jahren war München bei der Vergabe der Spiele 2018 klar an der südkoreanischen Stadt Pyeongchang gescheitert.

"Danke für dieses überwältigende Votum. Das ist ein starkes Signal", sagte DOSB-Interimspräsident Hans-Peter Krämer bei der Tagung der 62 Fachverbände, 16 Landessportbünde und 20 Verbände mit besonderen Aufgaben: "Tragen sie diese Botschaft zu den Menschen nach Bayern und Deutschland, damit unser Traum von Olympischen und Paralympischen Spielen gemeinsam verwirklicht werden kann."

Der Deutsche Alpenverein enthält sich seiner Stimme

"Es ist wahr - wir treten wieder an", verkündete Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) in der Münchner Olympiahalle kämpferisch. Zweifel an dem "Ja" zu München hatte es schon vor der Abstimmung nicht mehr gegeben, so eindeutig waren die Redebeiträge. "Lasst uns gemeinsam den Weg nach München gehen. Wir sollten die Chance ergreifen", erklärte Turn-Präsident Rainer Brechtken, der die "einvernehmliche" Unterstützung nicht nur aller Wintersportverbände, sondern auch der Sommersportverbände präsentieren konnte. Auch alle 16 Landessportbünde stimmten einträchtig pro München. Nur der Deutsche Alpenverein enthielt sich der Stimme, weil er erst auf seiner Hauptversammlung am 8. November über seine Olympia-Unterstützung beraten will.

Die Sportverbände haben ihre Zustimmung allerdings an eine Bedingung gekoppelt: Die Bürgerentscheide am 10. November in den beteiligten Kommunen müssen positiv ausgehen. Nur wenn die Menschen in München, Garmisch-Partenkirchen sowie in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein zustimmen, wird der DOSB die Kandidatur vier Tage später beim Internationalen Olympischen Komitee einreichen.

"Die zweite Hürde ist schwieriger als die erste. Wir werden uns anstrengen müssen", sagte Münchens Oberbürgermeister Christan Ude (SPD): "Es ist zu schaffen, wenn genug wählen gehen." Mindestens zehn Prozent der Wahlberechtigten müssen bei der Befragung ein positives Votum abgeben.

Nachdem das Votum des DOSB nun steht, will am kommenden Mittwoch der Münchner Stadtrat den Bürgerentscheid beschließen. Bis auf die Grünen, die Linke und die ÖDP werben alle Parteien für eine Zustimmung. In der Begründung, die allen Wahlberechtigten zugehen wird, heben die Befürworter vor allem das aus ihrer Sicht optimierte Konzept für die Winterspiele hervor.

Die Bewerbung soll 29 Millionen Euro kosten

Anders als in den Plänen, mit denen München mit seiner 2018-Bewerbung gescheitert ist, sollen die Wettkämpfe hauptsächlich an drei und nicht mehr nur an zwei Standorten ausgetragen werden. Neu hinzugekommen ist Ruhpolding, würden die Langlauf- und Biathlon-Wettkämpfe stattfinden. Der Münchner Olympiapark bekäme zusätzlich die Halfpipe-Disziplinen der Skifahrer und Snowboarder. Mit Schönau am Königssee ist sogar ein vierter Ort mit im Boot, denn hier steht die Bobbahn, auf der um Gold, Silber und Bronze gekämpft werden soll.

Damit weicht München allerdings von dem "kompakten Konzept" ab, dass für 2018 noch massiv beworben wurde. In der 67-seitigen Informationsschrift zum Bürgerentscheid heißt es dazu, dies seit damals nötig gewesen, da der 2018-Konkurrent Pyeongchang in Südkorea ein Konzept mit zwei "Sportstätten-Clustern" angeboten habe, die nur 25 Kilometer von einander entfernt waren. Dies sei von den "derzeit wahrscheinlichen Mitbewerbern aus Kasachstan, Norwegen, Polen / Slowakei, Schweden der Ukraine und gegebenenfalls Spanien" nicht zu erwarten.

Jetzt betonen die Befürworter, man setze auf "Nachhaltigkeit statt Gigantismus". Sie rechnen vor, dass für das 2022-Konzept schon 81 Prozent der Flächen für die Sportstätten stünden, 15 Prozent für die Spiele temporär aufgebaut würden und nur knapp vier Prozent dauerhat neu gebaut werden müssen. "Dadurch wird der Flächenverbrauch noch geringer gehalten und der Eingriff in die Natur auf ein Minimum reduziert", heißt es in der Begründung für den Bürgerentscheid. Damit wolle man "eine neue Qualität von Sportveranstaltungen" definieren.

Die Olympia-Gesamtkosten werden auf 3,3 Milliarden Euro beziffert. Die Bewerbung soll 29 Millionen Euro kosten.