Die Notrufsäule am S-Bahnhof in Solln funktioniert nicht. Das konterkariert die Forderungen der Politik nach mehr Sicherheit. Schuld will keiner sein.
Man könnte es eine Posse nennen, wäre es auch nur ein bisschen lustig. Da diskutieren seit Jahr und Tag Politiker über mehr Sicherheit im Öffentlichen Nahverkehr, und immer, wenn es zu einer spektakulären Gewalttat auf einem Bahnhof kommt, werden sie noch energischer und lauter und fordern: mehr Polizei in den Zügen, mehr Videokameras, am besten überall, und die Bahnbetreiber feiern sich dann sehr gern, wenn sie wieder irgendwo eine Anlage installiert haben und für noch mehr Wohlbefinden sorgen.
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Die Notrufsäule am Bahnhof in Solln funktioniert nicht. Schuld daran will keiner sein. (© Foto: dpa)
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Problem besteht seit Jahren An Notrufsäulen denken die fürsorglichen Politiker, so scheint es, schon gar nicht mehr, vielleicht gehen sie davon aus, dass es sie in ausreichender Zahl gibt - und dass sie funktionieren.
Ein Trugschluss ist das, wie man wenige Meter neben dem Tatort auf dem Bahnsteig in Solln sehen kann. Dort steht eine rot-blaue Säule, oben prangen die Logos der Deutschen Bahn und der Bayerischen Oberlandbahn, es steht SOS drauf - und etwas darunter klebt ein gelbes Schild: "Außer Betrieb". Dasselbe gilt für etwa 20 weitere Säulen auf anderen DB-Bahnhöfen, die die BOB auf dem Weg in die Berge anfährt. Seit Jahren ist das so, und es hat keinen gestört, zumindest keinen der Verantwortlichen.
Suche nach den Verantwortlichen Wer aber ist überhaupt verantwortlich? Staatsbahn oder Privatbahn? Bahn-Behörden in Bayern oder im Bund? Das Wirtschaftsministerium? Niemand will zuständig sein, DB und BOB schieben sich in einem peinlichen Spiel gegenseitig die Schuld an der Misere zu.
Dem Minister fällt ziemlich spät auf, dass in Solln und anderswo einiges schief gelaufen ist. Wer auch immer schuld ist, er kann froh sein, dass wohl auch eine angeschaltete Notrufsäule den Tod von Dominik Brunner nicht verhindert hätte. Aber es kann jeden Tag passieren, dass ein Fahrgast einen solchen SOS-Knopf braucht. Dringend.
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(SZ vom 18.09.2009/ag/pfau)
Die neueste Antwort
ja es gibt den Tatbestand von unterlassener Hilfeleistung
siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Rechtliche_Aspekte_bei_Hilfeleistung
ist aber sehr schwammig formuliert, und die frage ist, wenn die "gaffer" bestraft werden, wird das zukünftige taten verhindern? helfe ich, weil ich es als meine pflicht ansehe, weil ich nicht anders kann, oder weil das gesetz es verlangt? und natürlich ist es sowieso schwere für nächste helfer, weil es sich mal wieder bewiesen hat, das der helfe ein zu großes risiko trägt
@SZ: Ich sags ja ihr seit Teil des Problems..
Es gab ein Notrfuf 11 Minuten vorher.
Zünd mal einen Joint am Flaucher an und unsere Freunde und Helfer sind SOFORT da, aber Mord und Totschlag ist offentsichtlich im Kauf genommen.
Straftatbestand der unterlassenen Hilfeleistung?
Da sollte Innenminister Hermann sein Hut nehmen und zurücktreten.
Natürlich ist das nicht in Ordnung, wenn Rettungssäulen nicht intakt sind.
Viel schlimmer finde ich, wenn 15 Gaffern nichts einfällt, wenn sie sehen, dass ein Mensch totgeprügelt wird. Mir wird doch niemand erzählen wollen, dass keiner der 15 ein Handy dabei hatte!! Was passiert eigentlich mit diesen Leuten? Gibt es nicht den Straftatbestand der unterlassenen Hilfeleistung?
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