John K. soll als Hilfspolizist in Lemberg Juden erschossen haben. Münchner Ermittler prüfen die Anklage gegen den gebürtigen Ukrainer, der nach dem Krieg in Sendling gelebt hat.
Münchens Strafjustiz steht ein weiterer langwieriger Kriegsverbrecher-Prozess bevor. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt seit kurzem gegen den ehemaligen ukrainischen Hilfspolizisten John K. wegen Mordes.
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Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt gegen John K. wegen Mordes. (© Foto: AP)
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Der 88 Jahre alte gebürtige Ukrainer soll 1942 im besetzten Lemberg als "Hilfspolizist" der Deutschen mindestens einen Juden erschossen haben. Den hiesigen Anklägern wurde der Fall zugeteilt, weil John K. nach dem Krieg für einige Jahre in Sendling lebte, bevor er 1949 in die USA auswanderte.
Der Fall K. weist einige Parallelen zum Fall John Demjanjuk auf, der sich seit dem 30. November vorigen Jahres vor dem Schwurgericht München II wegen Beihilfe zum Mord an 27.900 Juden verantworten muss. Beide sind Ukrainer, beide sollen im Krieg auf deutscher Seite an Mordaktionen gegen Juden teilgenommen haben, beide suchten später ihr Heil in den USA und änderten ihre Vornamen von Iwan in John.
Bereits Anfang der achtziger Jahre geriet K. in seiner neuen Heimat wegen möglicher falscher Angaben bei der Einbürgerung ins Visier der Behörden. 2007 wurde ihm schließlich die US-Staatsbürgerschaft aberkannt, seither ist er wie Demjanjuk staatenlos.
Die für NS-Verbrechen zuständige Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen in Ludwigsburg bekam den Fall im Sommer vorigen Jahres auf den Tisch. Sie leitete ihren Abschlussbericht jetzt an die Münchner Ankläger weiter.
Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen wurde John K. 1921 in Polen geboren, wo er zur ukrainischen Minderheit gehörte. Über seinen weiteren Lebensweg ist bislang wenig bekannt.
Als 20-Jähriger soll er sich nach der Besetzung Lembergs (heute Lwiw) durch die Deutschen freiwillig als "ukrainischer Hilfspolizist" gemeldet haben. Über diese Hilfsverbände ist in der historischen Forschung noch relativ wenig bekannt, sie sollen einen nicht unerheblichen Anteil an der Judenverfolgung gehabt haben.
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Was macht der Fall ueberhaupt,lebt der Angeklagte noch ? Oder wird er schon im Gerichtssaal aufgebart,man sollte sich da in Muenchen mit dem Verfahren beeilen sonnst gibt es nicht mehr zu verurteilen.