Münchner Islamkritiker Die Botschaft: Islam bedeutet Gewalt und Angst

Mehrere PI-Aktivisten sind Mitglied der CSU, Stürzenberger selbst ist erst 2010 beigetreten, obwohl er von 2003 bis 2004 Pressesprecher der Münchner CSU war. An führender Stelle will er zusammen mit anderen im Juni den Landesverband Bayern der neuen Partei "Die Freiheit" gründen. Deren großes Vorbild ist der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders.

Das bringt die CSU in die Bredouille, die Münchner Partei-Oberen wirken alles andere als glücklich über Mitglieder à la Stürzenberger. "Sehr kritisch" beobachte die CSU deren Aktivitäten, erklärt Parteichef Otmar Bernhard. "Kräfte, die sich gegen die Religionsfreiheit aussprechen, teilen nicht die Grundwerte der CSU und haben in der Mitte der CSU keinen Platz." Allein, ein Parteiausschluss ist an sehr hohe Hürden geknüpft.

Im Perlacher Wirtshaussaal beginnt das Referat mit einer Viertelstunde Verspätung, man kennt das von der Uni. Bedienungen versorgen die Besucher derweil mit warmem Essen. Stefan Ullrich, 46, versucht seinen Vortrag wissenschaftlich zu fundieren, er zitiert unablässig Bibel- und Koranstellen. Vorgestellt wurde er als "Islamkritiker der ersten Stunde", er ist auch Initiator der Internetseite "Deus vult". So lautete der Schlachtruf der Kreuzritter.

Vor ein paar Jahren war Ullrich kooptiertes Vorstandsmitglied der Harlachinger CSU, inzwischen hat er die Partei verlassen. Seine Botschaft an diesem Abend lautet: Das Christentum ist die Religion der Liebe und des Heils - der Islam die Ideologie der Gewalt und der Angst. Ullrich versucht die Zuhörer zu überzeugen, was aber gar nicht nötig ist, man merkt das an ihren Kommentaren. Meist aber lauschen sie dem Referenten zwei Stunden lang konzentriert, viele Pfarrer wären froh über eine so andächtige Gemeinde, erst recht ein Professor im Hörssaal. Als der Referent den Propheten Mohammed einen "Analphabeten" nennt, ist leises Kichern zu hören.

Ullrich beschränkt sich nicht darauf, die christliche Religion zu preisen, er bewertet auch den Islam, immer, so betont er, auf der Basis des Koran. Den habe er "durchgepflügt". Über Allah sagt Ullrich etwa: "Er täuscht, auch die eigenen Leute." Oder: "Gott ist ein unberechenbarer Gewaltherrscher." Ullrich vermittelt, dass Christen den Muslime intellektuell überlegen seien: Viele interreligiöse Probleme beruhten auf Missverständnissen, auch, weil die Muslime das Christentum nicht verstünden, zum Beispiel die Dreifaltigkeit Gottes und damit auch nicht Jesu Geburt. Stefan Ullrich sagt: "Der Islam denkt, Gott Vater war mit der Maria im Bett."

Der bayerische Verfassungsschutz hält PI und BPE nicht für extremistisch. Sie seien "keine Beobachtungsobjekte", "Detailkenntnisse liegen deshalb nicht vor", so das Innenministerium. Immerhin, man habe ihre Aktivitäten "im Auge", sprich: Man lese ihre Verlautbarungen. Oberbürgermeister Christian Ude kommentiert das Mitlesen der Verfassungsschützer so: "Wenn es ihnen dabei nicht kalt über den Rücken läuft, verstehe ich sie nicht ganz."