Verkehr Willkommen im nächsten Stau

Staugefahr: Rund um Unterföhring wird es in den nächsten Wochen noch mehr Behinderungen geben.

(Foto: Florian Peljak)

Wegen Brückenbauarbeiten in Unterföhring muss die Kreisstraße M 3 zwischen Föhringer Ring und Dieselstraße von nächster Woche an drei Monate gesperrt werden. Die Auswirkungen auf den Verkehr werden beträchtlich sein.

Von Sabine Wejsada, Unterföhring

Pendlern im Nordosten des Landkreises München und besonders allen, die bei einem der großen Versicherungs- und Medienunternehmen im Unterföhringer Gewerbegebiet arbeiten, steht eine neue Geduldsprobe bevor: Die Kreisstraße M 3, die von der Münchner Stadtgrenze bis nach Aschheim führt, muss zwischen Föhringer Ring und Dieselstraße in Unterföhring bis voraussichtlich Mitte September gesperrt werden. Von Montag, 18. Juni, bis voraussichtlich Mitte September kann die M 3 nur halbseitig befahren werden, zwei Wochen lang geht sogar nichts (2. bis 9. Juli sowie 16. bis 23. August).

Grund für die Sperrung sind nach Angaben des staatlichen Bauamtes Freising Arbeiten zur Instandsetzung der Brücke über die Bahngleise bei Unterföhring. Die Reparatur des Brückenbauwerks soll in zwei Abschnitten erfolgen, wie es aus der Straßenbaubehörde heißt. Das hat Auswirkungen auf den Verkehr: Zunächst werden die Fahrzeuge auf der Nordseite, im zweiten Bauabschnitt auf der Südseite der Brücke geleitet. Weil aber der Beton aushärten muss, ist es notwendig, die Brücke über die Bahn zweimal jeweils für eine Woche komplett zu sperren.

Während der gesamten Bauzeit bleibt die M 3 in Fahrtrichtung Aschheim zwischen der Apianstraße in Unterföhring und dem Kreisverkehr Dieselstraße als Eingangstor in das Gewerbegebiet der Mediengemeinde gesperrt. In Gegenrichtung ist nach Angaben des Straßenbauamtes eine Einbahnstraße eingerichtet, auf der Autos und Lastwagen aus Aschheim kommend auf der Kreisstraße M 3 fahren können.

Wer von München und Unterföhring nach Aschheim will, muss die Umleitungsstrecke nutzen - und die hat es in sich: Die vom Effnerplatz kommenden Pendler werden entweder über den zu den Stoßzeiten überlasteten Föhringer Ring auf die Autobahn A 9 Richtung Flughafen und A 99 bis zur Anschlussstelle Aschheim/Ismaning geleitet. Eine Strecke, auf der es wegen der Autobahnbaustelle auf dem Münchner Ostring fast täglich lange Staus gibt. Die Umleitung des Verkehrs von der A 9 kommend erfolgt über die Staatsstraße 2053 zwischen Unterföhring und Ismaning. Die Zufahrt zum Büropark-Süd gleich an der Stadtgrenze und zur Anlieferung für das Heizkraftwerk München-Nord ist möglich.

Wenn die M 3 voll gesperrt ist, wird der Verkehr von Aschheim nach Unterföhring über die B 471 und weiter über Ismaning und Unterföhring in Richtung München-Ost umgeleitet. Die Umleitungsstrecke für den Verkehr von Unterföhring nach Aschheim bleibt unverändert in den zwei Wochen Vollsperrung. In dieser Zeit ist die Zufahrt zum Büropark-Süd und zum Heizkraftwerk ausschließlich über den Föhringer Ring möglich, wie das Bauamt mitteilt.

Vor allem die unzähligen Beschäftigten in den Unternehmen im Unterföhringer Gewerbegebiet, die mit dem Auto zur Arbeit fahren, dürften angesichts der neuerlich zu erwartenden Stauwochen das kalte Grausen bekommen. Schon ohne Baustelle ist der Weg ins Büro beschwerlich: Die Kreisstraße M 3 ist chronisch verstopft, auf den Straßen ins Gewerbegebiet läuft der Verkehr trotz des jüngsten Ausbaus durch die Gemeinde nicht wirklich rund, wie Mitarbeiter der vielen dort ansässigen Firmen berichten.

"Es wird doch immer schlimmer"

Wenn dann auch noch wie vor ein paar Wochen die vierspurige Münchner Straße kurz an der Abzweigung zum Föhringer Ring wegen Bauarbeiten auf zwei Spuren verengt ist, geht in Unterföhring gar nichts mehr. Dann steht alles, was nicht nur Pendler, sondern auch die an der Ortsdurchfahrt lebenden Anwohner ärgert. Dass während der Sperrung der M 3 ausgerechnet der Föhringer Ring, die B 471 und die Autobahnen A 9 und A 99 als Alternativrouten dienen sollen, ist schwer vorstellbar: Dort braucht es schon heute viel Geduld - nicht nur im Berufsverkehr.

"Es wird doch immer schlimmer", fürchtet eine Fernsehredakteurin, die in Unterföhring arbeitet. Wegen der Dauerstaus könne man kaum noch Termine einhalten. Für die Anfahrt und zurück ins Studio brauche man schon wegen der Baustelle auf der Münchner Straße Unmengen Zeit. "Das nervt gewaltig." Ohnehin sei das permanent herrschende Verkehrschaos im Gewerbegebiet Unterföhring nicht mehr auszuhalten. Durch die Sperrung der M 3, fürchten sie und ihre Kollegen, dürfte sich die Situation noch mehr verschärfen.